Man kann gar nicht alles mögen!

Vorlieben
 
Hallöchen, lieber User.
 
Ich begrüße dich recht herzlich zum bereits sechsten Teil der Projektreihe „Wie erstellt man einen RPG-tauglichen Charakter“. Heute wird es bei Weitem keinen so langen Text geben, wie sie bei den letzten Beiträgen zu finden waren. Das gibt das Thema Vorlieben und Abneigungen einfach nicht her. Aber bilde dir deine eigene Meinung lieber selbst.
 

1. Allgemein

Das, was der Charakter mag oder nicht mag, wird beeinflusst von allem, was bisher so über ihn festgelegt wurde. Hat er Wesenszüge, die ihm besonders gut gefallen? Hasst er seine Schwächen? Oder nutzt er sie gezielt, um das Umfeld von ihm fern zu halten? Gefällt ihm seine Arbeit oder hat er sie nur ausgesucht, um überhaupt irgendwie an Geld zu kommen? Wie sieht es mit den Beziehungen zu seiner Familie und seinen Freunden aus? Sind sie eher Mittel zum Zweck oder liebt er sie über alles? Das alles wird die Auswahl der Vorlieben und Abneigungen beeinflussen.
Aber nur beeinflussen!
Du wirst dich nicht nur auf die bisherigen Punkte versteifen müssen. Aber mehr dazu unten.
 

2. Vorlieben

Vorlieben lassen sich ganz einfach erklären: Alles, was der Charakter mag, kommt hier hinein.
Dabei ist es unwichtig, ob es Dinge sind, die es wirklich gibt oder ob es irgendetwas frei erfundenes ist. Vielleicht ein imaginärer Freund? Auch Erinnerungsstücke können hier zu finden sein. Oder Lieblingsfarben. Der Fantasie sind überhaupt keine Grenzen gesetzt. Selbst in RPGs ohne Fantasy-Anteil ist so ziemlich alles möglich. Der Charakter kann auch richtig schräge Vorlieben haben. Oder Fetische. Je merkwürdiger, desto lustiger. Aber das aller Beste ist immer noch die Tatsache, dass die Vorlieben auch komplett aus dem bisherigen Schema der Charaktererstellung heraus fallen können. Vielleicht hat ein Prominenter ja heimlich einen Briefmarkensammelwahn. Oder eine Ärztin eine Vorliebe für Wahrsagerei.
Dies ist so ziemlich die einzige Kategorie der Erstellung, die komplett gegensätzlich zum erdachten Charakter sein kann. Aber es sollte nicht übertrieben werden. Je mehr schräge Vorlieben die Person aufweist, desto merkwürdiger wird sie auf die Anderen wirken. Für jemanden, der sehr auf den Umgang mit anderen Charakteren bedacht ist, ein nicht unbedeutendes Hindernis. Sollte diese Schrägheit jedoch gewünscht sein, dann tob dich aus! Spätestens wenn der Charakter öffentlich ist, wird er für einige Überraschungen bei deinen Mitspielern sorgen.
 

3. Abneigungen

Wenn Vorlieben all jene Dinge sind, die der Charakter mag, dann sind Abneigungen natürlich das Gegenteil. Alles, was er nicht leiden kann, wird hier zu finden sein. Auch hier kannst du deiner Fantasie freien Lauf lassen. Bestimmt wird sich zwar die ein oder andere Abneigung z.B. gegen seine Schwächen finden lassen, doch das muss bei Weitem nicht überwiegen.
 
Wichtig ist darauf zu achten, dass der geplante Charakter nicht „alles“ hasst. Er kann vielleicht Fußball nicht ausstehen. Doch das heißt nicht, dass er generell gegen Sport ist. Eine Person, die alles hasst, ist nämlich wie ein Charakter, der ‚perfekt‘ und ohne Schwächen ist: Schwer in das RPG einzubinden. Es wird einfach schwieriger, mit solchen Charakteren zu interagieren und besonders in größeren RPGs würden sich die Personen irgendwann einfach andere Charaktere zum gemeinsamen Schreiben suchen. Außerdem ist es sehr schwer, einen solchen Charakter stets so zu schreiben, dass er einfach nichts mag. Er hätte dann doch auch keinen Antrieb, irgendetwas zu tun, oder?
Jetzt wird mir sicher vorgeworfen, dass die typischen Bösewichte auch immer gegen alles sind. Da widerspreche ich vehement. Meist ist diesen Bösewichten in der Vergangenheit etwas so drastisches passiert (z.B. die Familie wurde vor deren Augen getötet), dass sie einen Hass auf eine größere Gruppe von Wesen entwickelt haben. Allerdings lassen sich auch bei diesen Charakteren irgendwelche Vorlieben finden. Sei es nur, dass ihnen plötzlich ausgiebige Folter gefällt. Aus unserer Sicht wäre das negativ behaftet, aber hier gilt es, sich in den Charakter hinein zu versetzen. Dann wäre Folter doch eine Nachvollziehbare Vorliebe, nicht wahr?
 

Schlusswort

Die Auswahl an Vorlieben und Abneigungen ist einer der intensiveren Teile in der Charaktererstellung. Einfach aus dem Grund, weil man sich sehr in den Charakter hinein versetzen muss, um seine Reaktionen und damit seine Vorlieben und Abneigungen abschätzen zu können. Doch auch amüsante Seiten lassen sich, besonders bei den Vorlieben, finden. Es gibt hier so gut wie keine Regeln und man kann die schrägsten Kombinationen ausprobieren. Dennoch sollte man stets im Hinterkopf behalten, wie der Charakter auf Andere wirken könnte, wenn diese Merkwürdigkeiten ans Licht kommen. Sollten Reaktionen geplant sein, die den Charakter vielleicht in Schwierigkeiten bringen könnten, dann kann man sich hier austoben. Wenn nicht, dann lieber Dinge wählen, die nicht so negativ auffallen könnten.
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich

Schwächling oder kein Schwächling? Das ist hier die Frage

Fähigkeiten
 
Hallöchen, werter User. 
 
Schön, dass ich dich in der goldenen Mitte des Projekts „Wie erstellt man einen RPG-tauglichen Charakter?“ begrüßen darf. Heute gibt es ein paar Tipps zu Stärken und Schwächen, sowie Grundlagen zu den diversen Fähigkeitsbereichen zu erlesen. Viel Spaß!
 

1. Stärken/Schwächen

Zum Thema Stärken/Schwächen bei der Charaktererstellung habe ich bereits beim Thema „Persönlichkeit“ einige Worte verlauten lassen. Es ist wichtig, einen Charakter auszubalancieren. Also dass er von Beidem etwas hat. Das lässt ihn nicht nur lebensechter wirken und seine Glaubwürdigkeit verstärken, es wird ihn auch einfacher zu schreiben machen. Eine Person ohne Schwächen hat nämlich von vorn herein die riesige Schwäche, dass sie und ihr Schreiber der Meinung sind, keine Schwäche zu haben. Der Charakter müsste also stets so geschrieben werden, dass er von allen Anderen als perfekt angesehen wird und das ist nicht nur unmöglich, das wird auf Dauer auch ziemlich nervig.
Also lieber doch ein paar Schwächen zusammen suchen 😉 Spart Ärger und Arbeit.
 
Generell gilt hier: Weniger ist mehr. Such dir maximal eine handvoll Stärken aus, nochmal ein paar Schwächen und belasse es dabei. Nicht, dass du noch den Überblick verlierst 😉
 
Können
In diese Kategorie fällt alles, was der Charakter in irgendeiner Weise sehr gut kann oder gar nicht beherrscht. Man könnte die Stärken/Schwächen im Bereich des Könnens theoretisch auch unter die Fähigkeiten mischen, aber zwischen wirklichem Gut-Können bzw. Gar nicht können und einfachem Können bzw. vielleicht nur etwas können liegt ein Unterschied. Deswegen gibt es diese Trennung. Einfach um zu sehen, worin der Charakter super ist und worin halt nicht.
 
In diese Kategorie gehören auch Stärken/Schwächen im Umgang mit anderen Charakteren, sofern das nicht schon als Charaktermerkmal festgelegt wurde.
 
Materielles
Hier gehören all diejenigen Dinge hinein, die der Charakter nutzen (z.B. reich = viel Geld) bzw. die er nicht nutzen kann (z.B. arm = zu wenig Geld). Dinge wären hier z.B. Geld bzw. Wertgegenstände allgemein, Ausrüstung, Transportmittel, etc. Auch hier gilt, dass es sich um Gegenstände handeln muss, die sein Leben stark beeinflussen. Lebensmittel wird man hier kaum aufzählen, genauso wenig wie den Kleiderschrank des betreffenden Charakters.
 
„Falsche“ Schwächen
Oft liest man Sätze, wie „XY hat eine Schwäche für Katzen“. Dies ist mehr eine Redensart, als eine Schwäche. Schwächen beschreiben nur Dinge, die der Charakter nicht kann. Also müssten es zumindest Dinge sein, die der Charakter tun könnte oder mit denen der Charakter etwas tun könnte.
– Aber mit einer Katze kann man doch XYZ tun! –
Richtig. Man kann damit etwas tun. Aber was kann der Charakter denn mit der Katze tun? Wenn man so darüber nachdenkt, würde „hat eine Schwäche für Katzen“ in jedem Fall eher „kann nicht widerstehen Katzen, z.B. zu kraulen“ bedeuten.  Damit wäre die Schwäche geklärt. Der Charakter muss Katzen immer kraulen, sobald er sie sieht.
– Ist doch das Gleiche! –
Nein. Einfach aus dem Grund, weil sich unter der ersten Formulierung jeder etwas anderes vorstellt. Da gilt auch das Argument nicht, dass er halt einfach gegen alles, was man mit Katzen tun kann, schwach ist. Denn was bedeutet denn alles? Beschreibe doch lieber direkt, woran der Charakter scheitert, als dich hinter solchen Floskeln zu verstecken.

 

2. Fähigkeiten

Unter Fähigkeiten fällt, wie bereits erwähnt alles, was der Charakter in irgendeiner Form beherrscht. Hier ist es nicht wichtig, Schwächen hinein zu schreiben. Eher im Gegenteil: Schwächen wären sogar sinnlos, da eine Fähigkeit ja etwas positives ausdrückt. Eine Person muss nicht zu jeder Kategorie etwas beherrschen. Wichtig ist hier, dass die Fähigkeiten zu dem Charakter passen und die bisherigen Entwicklungsschritte bei der Auswahl berücksichtigt werden. Also: Geschlecht, Alter, Rasse, Beruf, Charakter. Ach und dass die Berufsfähigkeiten eingetragen werden. Des Weiteren werden hier nur Fähigkeiten eingetragen, die in irgendeiner Weise von den Vorgaben der Rasse abweichen. Außer die Fähigkeiten sind bewusst ‚unauffällig‘ gewählt. In dem Fall schadet es nicht, dies zu vermerken. „Charaker D hat im Bereich … die üblichen bzw. durchschnittlichen Fähigkeiten seiner Rasse.“ Oder so in der Art.
 
Es folgen die unterschiedlichen Kategorien, in die Fähigkeiten eingeordnet werden können. Natürlich kann man sie anders nennen und erweitern/aufteilen/verkürzen.
 
Physisch (körperlich) – „Körperliches Können“
Zum körperlichen Können gehört alles, das mit Stärke, Geschick, Ausdauer und Zähigkeit zusammen hängt. Es geht hierbei um Fähigkeiten, die rein dem Körper entspringen. Also nichts, wobei man denken muss oder andere Voraussetzungen, als den eigenen Körper, benötigt.
• Stärke: Kraft des Charakters
• Geschick: Fingerspitzengefühl, Beweglichkeit, Wendigkeit, Schnelligkeit
• Ausdauer: Wie lang kann der Charakter bei einer Sache bleiben, am Stück Laufen/Rennen, …
• Zähigkeit: Wie standfest ist der Charakter? Steckt er Schläge z.B. eher lässig weg oder fällt er direkt um.
 
Psychisch (geistig/intellektuell) – „Wissen & Anwenden“
Im Vergleich zu den körperlichen Fähigkeiten, geht es hier um das Wissen des Charakters. Dabei muss er mit dem Wissen nicht zwingend etwas tun können. Natürlich nutzt in den wenigsten Fällen ein Wissen, das nicht gebraucht wird. Das würde nach einer Weile sowieso wieder vergessen werden. Außer der Charakter hat daran so viel Interesse, dass er es immer und immer wieder wiederholt. Nehmen wir als Beispiel Latein. Nur die, die es wirklich interessiert (bzw. Mediziner und Biologen), geben sich länger, als die geforderten Schuljahre über, damit ab. Bei allen anderen verblasst die Erinnerung daran und verschwindet irgendwann ganz. Dies muss berücksichtigt werden, wenn der Charakter über ‚ungebrauchtes‘ Wissen verfügt.
 
Für alles andere gilt: Je mehr Wissen über etwas vorhanden ist, desto länger hat es gedauert, es zu erlernen. Das bedeutet, dass der Charakter eventuell wieder im Alter angepasst werden muss, sollte er über mehrere tiefgreifende Wissensgebiete verfügen.
 
Hier ein paar Beispiele für Fähigkeiten im Bereich des Wissens und Anwendens:
Sprachen, Wissen über den Umgang mit Rassenmitgliedern verschiedener Schichten, Wissen über Gepflogenheiten anderer Rassen/Kulturen, Spezialisierungen, Wissen über verschiedenste Dinge im Allgemeinen (z.B. alles über einen Verein wissen oder über verschiedene Pflanzen/Tiere)
 
Künstlerisch/Musisch/Technisch/… – „Handwerk“
Nun steht das Ausleben der kreativen Ader und des handwerklichen Geschicks im Mittelpunkt. Jede Fähigkeit, die etwas damit zu tun hat, Dinge zu erschaffen, fällt in die handwerkliche Kategorie. Sei es nun die Fähigkeit zu Komponieren, Gedichte zu verfassen, zu zeichnen, Roboter zu bauen oder jede nur erdenkliche Figur aus Holz zu formen. Das ist nur eine kleine Auswahl der riesen Kategorie der handwerklichen Fähigkeiten.
 
Waffenkunde
Soll der Charakter Fähigkeiten im Nahkampf oder/und im Fernkampf haben? Dann bist du in dieser Sparte richtig. Solang nicht mit Fäusten gekämpft wird (das würde in die Stärke Kategorie und damit zu den körperlichen Fähigkeiten gehören), kommt alles hier rein. Egal ob Fähigkeiten mit Dolchen, Schwertern, Pistolen oder anderen Waffen. Schreib noch dazu, wie gut der Charakter den Umgang mit der Waffe beherrscht, dann bist du hier fertig. Sollten Fähigkeiten mit mehreren Waffen vorhanden sein, gibt es meist eine ‚Hauptwaffe‘, die hauptsächlich genutzt wird und mit der der Charakter besser umgehen kann.
 
Magie
Sollte dein Charakter über magische Fähigkeiten verfügen (NUR RPGs mit Fantasy!), werden sie hier notiert. Über welche Magie gebietet er? In welchem Ausmaß beherrscht er die Magie? Kann er sie kontrollieren? Was können seine Zauber bewirken? Wie offen lebt er seine magische Seite aus? Wenn du diese Fragen beantwortet hast, ist der Bedarf an magischen Erklärungen gedeckt. Allerdings musst du bei der Beantwortung auf die Regeln des RPGs achten! In jedem RPG gibt es andere Magieformen, andere Gesetze der Magie, andere Arten, wie Magie gewirkt wird.
 
Sonstiges
Alles, was in die anderen Themen nicht hinein gepasst hat, findet hier seinen Platz. Es sei denn, diese Sparte würde mit sehr vielen Fähigkeiten gefüllt werden. Sollte dies der Fall sein, müsste zumindest versucht werden, weitere Kategorien zu schaffen. Gibt es Ähnlichkeiten? Überthemen? Können notfalls auch mehrere Fähigkeiten zusammen gefasst werden? Diese Fragen helfen bei der Ordnung von sonstigen Fähigkeiten.
 

3. Schlusswort

Ich weiß, dass ich mich wiederhole, wenn ich schreibe, dass alles zusammen passen muss. Die Fähigkeiten müssen mit allen bisher festgelegten Punkten im Einklang sein. Sollten sich aufgrund der Fähigkeiten z.B. Charakterzüge ändern müssen, dann sollten sie geändert werden. Mir ist wohl bewusst, dass man sich schwer vorstellen kann, was zusammen passt und was nicht, wenn man nicht schon ein wenig Erfahrung hat. Deswegen: Keine Scheu haben und andere Leute nach ihrer Meinung zum Charakter fragen, wenn man sich unsicher ist.
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich

Auf die inneren Werte kommt es an!

Eigenschaften
 
Hallöchen, lieber User.
 
Willkommen beim vierten Teil der Reihe „Wie erstelle ich einen RPG-tauglichen Charakter?“. Heute geht es um eines der wichtigsten Themen bei der Charaktererstellung. Nämlich der Frage, wie sich der Charakter verhält und wie er auf andere wirkt. Kurzum: Es geht um das Wesen des Charakters bzw. um dessen Persönlichkeit. Das klingt jetzt bestimmt total abgehoben und schwer, aber das muss es nicht sein. Eigentlich ist das sogar ganz einfach. Aber lies einfach weiter.
 

1. „Wahre“ und „Falsche“ Charaktereigenschaften

Wenn man sich die Persönlichkeit des angestrebten Charakters überlegt, kommt immer die Frage nach dem „Wie ist der Charakter?“ auf. Allerdings ist diese sehr schwammig und verleitet dazu, sich Eigenschaften auszusuchen, die in der Wesensbeschreibung rein gar nichts verloren haben. Diese nenne ich gern „falsche Merkmale“. Besser sind die Fragen „Wie verhält sich der Charakter im Umgang mit sich/mit anderen/mit Gegenständen/mit verschiedenen Situationen? Wie wird er von anderen wahrgenommen?“. Sie spiegeln das Wesen viel besser wider und verhindern unechte Charaktereigenschaften von vorn herein. 
 
Vor einer Aufzählung von wahren und falschen Eigenschaften noch ein kleines Beispiel zu diesem Thema: Nehmen wir an, der Charakter ist ein reicher Schnösel, der mit Geld nur so um sich wirft. Nahe liegend wäre, „Er ist reich“ in seine Charakterbeschreibung einzufügen. Allerdings sagt das weder etwas über sein Verhalten mit dem Geld aus, noch darüber, wie er von Anderen, des Geldes wegen, gesehen wird. Damit entspricht „Er ist reich“ einem falschen Wesensmerkmal. Entsprechende „wahre“ Eigenschaften könnten lauten: „Er ist sehr verschwenderisch und achtet nicht auf sein Geld.“, „Er kauft sich alles, was er bekommen kann.“, „Er ist eine Anlaufstelle für die Geldsorgen seiner Freunde.“ usw. Man kann sich nun viel besser vorstellen, wie sich der Charakter im Umgang mit Geld verhält und genau das ist der Sinn der wahren Eigenschaften. Sowohl du, als Charakterersteller, als auch der/die Mitspieler haben direkt ein Bild von dieser Person vor Augen.
Außerdem kann man den Charakter mit echten Verhaltensweisen viel lebensechter darstellen. Das erleichtert später sowohl das Schreiben, als auch die Berechenbarkeit des Charakters.
 
Hier nun ein paar wahre und falsche Charaktereigenschaften. Die Liste ist weit ab jeglicher Vollständigkeit und dient lediglich dazu, Beispiele aufzuzeigen, um das Thema verständlicher zu machen! Solltest du noch Merkmale kennen, die hier unbedingt hin gehören, darfst du sie mir gern verraten 😉
 

2. Charakterstärken und Charakterschwächen

Das A und O einer Charaktererstellung sind Schwächen der zu erstellenden Person. Manche wollen diese direkt ausgewiesen haben, damit man unter allen Umständen sieht, dass der Charakter keine verabscheuungswürdige Mary Sue oder ein Garry Stu ist. Ich persönlich halte das jedoch für unnötig. Warum? Weil es bei den Wesenszügen und den Fähigkeiten Benennungen gibt, die einen Nachteil für die Person bedeuten. Natürlich ist es einfacher, nach den Schwächen im Steckbrief zu suchen, wenn diese explizit ausgewiesen sind. Aber diese Vorgehensweise hat bei der Erstellung etwas chaotisches. Immerhin müsste man in der Rubrik „Schwächen“ Charakterschwächen, Fähigkeitsschwächen und sonstige Schwächen reinschreiben. Warum nicht also gleich in die dazugehörige Kategorie einbauen? 
 
Lange Rede, kurzer Sinn: Zu jedem Charakterzug, den eine Person haben kann, könnte sie theoretisch auch eine Charakterschwäche ihr eigenen nennen. Das bedeutet, dass es für jede Stärke auch eine Persönlichkeitsschwäche geben kann. Es muss bei der Auswahl an Eigenschaften kein 1:1 Verhältnis von ‚gut und schlecht‘ vorhanden sein, aber wenn man pro 2 positiven Eigenschaften eine hinderliche auswählt, ist man auf einem guten Weg. 
 
Auch hier ein Beispiel zur Verdeutlichung. Da es etwas komplexer ist, sind die Schwächen eingefärbt. Charakterstärken werden unterstrichen. 
Die verschwenderische Person aus Punkt 1 kauft sich bekanntlich alles, was sie bekommen kann. Leider ist es ihr nicht möglich, zwischen sinnvollen und nicht sinnvollen Beschaffungen zu unterscheiden. Doch da die Person weiß, dass es für solche Probleme z.B. Finanzberater gibt, hat sie einen solchen angestellt. Was natürlich nicht heißen muss, dass der Reiche auf den Rat des Angestellten hört. Seine rational denkende Seite mahnt ihn dazu. Allerdings hat er sein Verschwendertum zu lang vollzogen, als dass er von jetzt auf gleich alles ändern könnte.
In dem Beispiel haben wir nun die Charakterschwächen „Verschwenderische Person“ und „Ihr ist es nicht möglich, zwischen sinnvoll und nicht sinnvoll zu unterscheiden“. Die positiven Gegencharakterzüge könnten „Die Person hat eine gute Allgemeinbildung“ und „Sie sieht die Welt eher durch die Augen eines Realisten“ lauten. Man könnte diese Eigenschaften auch anders formulieren oder mehr darauf eingehen, dass die Person fast schon süchtig nach dem Geldausgeben ist. Je nachdem, wie man sich den Charakter eben vorstellt. 
 

3. Widersprüchliche Charaktermerkmale

Man muss bei der Auswahl der Charaktermerkmale normalerweise beachten, dass alle Punkte zu einander passen. Unstimmigkeiten und Widersprüchlichkeiten sind damit ausgeschlossen, oder? Teilweise. Unstimmigkeiten bzw. Merkmale, die auf Biegen und brechen nicht zusammen passen wollen, sind natürlich auszubessern. Allerdings gilt das nicht immer für Widersprüche. Wie sonst entstehen Charaktere, die kein Problem damit haben, vor tausenden aufzutreten, aber sich in privater Umgebung von den Anderen abschotten? Oder Personen, die auf Lob und Anerkennung hin arbeiten, denen diese Anerkennung dann jedoch zu unangenehm ist? Leute, die sich bei anderen denken „warum sagt der nie nein?!“ und selbst niemals nein sagen würden? Klar, könnte man hier mit hochpsychologischen Erklärungen antworten, aber das wäre doch witzlos. Fakt ist, dass es widersprüchliche Charaktere gibt und nicht alle Ecken ausgebügelt werden müssen. Die Merkmale sollten sich nur nicht zu stark gegeneinander sträuben.
 

4. Praktisch

Zuerst nimmt man sich die Charaktereigenschaften her, die die Person berufsbedingt benötigt. Dann fragt man sich, ob diese Charaktereigenschaften ein gegenteiliges Merkmal (also bei Stärken eine Schwäche oder anders herum) bei der Person hervor rufen. Wenn sie z.B. unter Druck sehr panisch wird, helfen ihr die sonst so ruhigen Finger kaum noch. Jetzt wird Aussehen, Geschlecht, Alter und Rasse betrachtet und nach passenden Persönlichkeitsmerkmalen gesucht. Auch hier stets unter dem Aspekt, dass man Gegenmerkmale findet. Soll der Charakter widersprüchlich angehaucht sein, dann müssen auch die Eigenschaften, die dazu führen, festgehalten werden.
Dann wird erst einmal Pause gemacht und sich mit anderen Dingen beschäftigt 😉
Nach der Pause eine Kontrolle, ob die Merkmale zusammen passen oder irgendetwas aus dem Rahmen fällt. Umformulieren, abnicken und sich freuen! Denn sobald die Eigenschaften fixiert sind, hast du schon ein sehr schönes Bild von deinem Charakter. Ab jetzt kommt nur noch der Feinschliff.
 
Und mit diesem Feinschliff wird es dann beim nächsten Thema „Vorlieben und Abneigungen“ beginnen.
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich

Schwimmst du in Geld?

Beruf
 
Hallöchen, lieber User.
 
Willkommen zum dritten Teil meiner Projektreihe „Wie erstellt man einen RPG-tauglichen Charakter?“. Heute wird es um die Berufswahl des Charakters gehen. Es wird auch einen kleinen Ausflug in die Regeln der Gesellschaftsstände geben. Viel Spaß beim Lesen 😉
Ach ja: Es wird ab hier keine künstliche Aufteilung mehr in ECs und bestehende Charaktere geben. Sollte mir an einer Stelle ein gravierender Unterschied auffallen, so wird das auch so da stehen. Es ist einfach schade, wenn grundlegende Punkte nur von einer Seite gelesen werden, obwohl sie für die andere auch interessant wäre.
Berufe
 
Keine Angst, du wirst hier keine stumpfe Auflistung diverser Berufe finden. Denn wie bei den Rassen gilt, dass man aus so ziemlich jedem Hobby oder jeder Aktivität einen Beruf machen kann. Damit wird es schier unmöglich, jeden einzelnen Beruf zu notieren. Wenn man dann noch verschiedene Epochen einbeziehen möchte, wird das Chaos komplett. Nein. Hier wirst du ein paar Hinweise finden, welche Anforderungen Berufe an einen Charakter stellen können und womit du ihn nach der Wahl seiner Berufung belohnen oder bestrafen kannst. Bestrafen ist vielleicht ein etwas hartes Wort dafür. Wie wäre es mit „Wie du ihn an seine Grenzen bringen kannst“? Klingt doch schon besser, oder? Darüber hinaus gibt es auch hier das ein oder Andere zu beachten. Aber genug geredet, los geht es!
 

Klasse

Hiermit ist nicht die Klasse im Sinne von „Schulklasse“ gemeint. Klasse beschreibt hier schlicht ein anderes Wort für Beruf. Also einer Gruppe von Leuten, die der selben Tätigkeit nachgehen. Da man diese Tätigkeiten selten festlegt, spricht man von diversen Klassen.
 

Epoche

Steht man vor der Wahl eines Berufs, muss man erst einmal über die Epoche, in der das RPG spielt, bescheid wissen. Am Einfachsten ist dabei natürlich die heutige Zeit. Man hat ein gewisses Bild von diversen Berufen und kennt sich auch gut mit der derzeit genutzten Technik aus. Doch reisen wir ein paar hundert Jahre zurück, gibt es keine Elektronik, vielleicht gerade so das Rad und die Berufe nannte man zu dieser Zeit auch anders. Das Spiel kann man auch mit der Renaissance oder anderen vergangenen Epochen machen. Jetzt gibt es aber auch noch RPGs, die gern einmal in der Zukunft spielen. Sei es End-Zeit (meist nach einer gravierenden Katastrophe oder kurz davor) oder das High-Tech-Zeitalter mit einem ‚ganz normalen Leben‘ im Weltall.
Aufgrund dieser Vielfalt an verschiedenen Epochen ist es nun wichtig, einen Beruf zu finden, der zumindest den Anschein erweckt, in das RPG zu passen. Ich gebe es zu. Man verwendet nicht immer zu 100% die Berufsbegriffe, die es wirklich einmal gab. Allerdings wird es dir niemand abkaufen, wenn du einen Steinzeitmenschen in das Technik Zeitalter verfrachten willst. (Schlechter Vergleich, tut mir Leid.) Es gibt natürlich auch Hintergrundgeschichten, die solche Ausnahmen zulassen. Aber verwende einen solchen Berufsmix nur, wenn es im RPG zugelassen ist! Und dann auch nur, wenn du diese spezielle Rolle wirklich inne haben wirst! Es ist immer wieder schade, Charaktere ablehnen zu müssen, weil der Ersteller nicht auf diese Kleinigkeit achtet.
 

Geschlecht

Wie bereits im ersten Projekt-Beitrag geschildert, hat das Geschlecht einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Beruf. Heutzutage ist es immer stärker gewünscht, dass Frauen in „Männerberufen“ und Männer in „Frauenberufen“ arbeiten. Allerdings war das lange Zeit nicht so. Die Frau war für Haushalt, Kinder, Großeltern, Mägde und Knechte zuständig, während der Mann die Feldarbeit verrichtete. Oder dem Militär zur Verfügung stand, Ritter war oder König. Und so weiter. Frauen war der Bildungsweg verschlossen, somit waren die Männer die Gebildeten und Führungskräfte. Frauen hatten sich unterzuordnen.
Glücklicherweise hält sich selten ein RPG an diese radikalen Vorgaben der Vergangenheit*. Allerdings müssen hier meist überzeugende Begründungen dafür her, warum denn nun eine Leitungsposition von einer Frau bekleidet wird. Eine Möglichkeit besteht darin, das Alter dementsprechend zu erhöhen. Es wird davon ausgegangen, dass eine Frau das Gleiche erlernen kann, wie ein Mann, wenn sie dafür mehr Zeit beansprucht (späterer Bildungseinstieg, längere Ausbildungszeit, …). Mögliche Beziehungen, spezielle Fähigkeiten, … können ebenso dafür sprechen. Aber das ist ein anderes Thema.
 
* Ich kann hier nur von RPGs sprechen, die ich miterlebt habe. Falls du andere Erfahrungen damit gemacht hast, würde es mich freuen, davon zu erfahren.
 

Ansehen

Wenn man schon von Frauen in vergangenen Männerberufen spricht, darf man natürlich das Ansehen nicht vergessen. Sowohl das Ansehen des Berufs an sich, als auch das Ansehen der Person, die sie ausübt. Ansehen wird dabei als ‚wie wird diese Person/dieser Beruf von der Gesellschaft akzeptiert/abgelehnt‘ beschrieben.
 
So wird eine Frau, die eigentlich gar keine Führungsposition inne haben dürfte (weil die Epoche das nicht erlaubt), so ihre Schwierigkeiten haben, in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Auch dürfte sie mit denen, die sie führt, einige Auseinandersetzungen haben/gehabt haben, bevor sie als Führung anerkannt wird. Sie wird sich ihren Status erkämpfen müssen und immer dafür kämpfen müssen, nicht von einem Mann vertrieben zu werden.
Kleines Beispiel am Rande, weil es so gut zu der Frau-Mann-Thematik passt 😉
 
Generell lässt sich sagen, dass ein Beruf auch heute noch mehr Ansehen inne hat, je mehr damit verdient wird. Das bedeutet, dass höhere Vergütung eine erhöhte Chance bietet, akzeptiert zu werden. Ausnahmen bilden hier z.B. Prostitution, Dealerei, Geldwäsche, … Auch solche geächteten Berufe lassen sich in allen Epochen finden. Das Ansehen wirkt sich besonders auf den Stand in der Gesellschaft aus. Das folgt aber später.

 

Fähigkeiten/Fertigkeiten im Bezug auf den Beruf

Ein Beruf fordert, ein Beruf gibt.
Unter dem Motto verbirgt sich die Tatsache, dass dein Charakter gewisse Eigenschaften mitbringen muss, um einen Beruf erlernen und ausüben zu können. Natürlich sind hier nicht 1 zu 1 die originalen Anforderungen zu übernehmen, wie sie im echten Leben existieren oder existiert haben. Man kann sich ein/zwei Eigenschaften/Fähigkeiten/Stärken heraus picken, die sich positiv auf den Beruf auswirken.
Warum schreibe ich das hier und nicht bei den nächsten Teilen der Charaktererstellung? Ganz einfach. Wenn du dich für einen Beruf entscheidest, wirst du dir automatisch Gedanken darüber machen, wie sich dieser auf deinen Charakter auswirkt. Vielleicht schreibst du die Ideen schon nieder oder behältst sie im Kopf. Ganz egal. Wichtig ist nur, dass du sie nicht vergisst!
Das Gleiche gilt für Talente, die dein Charakter durch seine Ausbildung erlernt. Ein/Zwei aussuchen und merken. Wird noch wichtig 🙂
 

[Kurzer Exkurs: Stand in der Gesellschaft]

Heutzutage wird man nicht mehr so stark danach bemessen, wie hoch der Stand in der Gesellschaft ist. Es sei denn du bist Politiker, Regierungschef, Diktator, Milliardär, Promi, … Otto Normalbürger bleibt davon eigentlich recht unbehelligt. Allerdings gab und gibt es wohl noch Systeme, in denen Menschen nach unterschiedlichen Kriterien eingeteilt wurden und werden. Da ich den Vergleich zum 3. Reich hasse, führe ich lieber ein mittelalterlich geprägtes Gesellschaftsbild aus. Ich garantiere nicht, dass dies wirklich so gehandhabt wurde. Allerdings wird es in RPGs immer wieder genutzt. Und ja, es wird etwas Fantasy-lastig 😉
 
Jedes Wesen, das in einem Königreich lebt, hat einen Stand in der Gesellschaft inne, der abhängt von
• seiner Herkunft.
• seinen Vorfahren und deren Taten.
• Ruhm, Ehre & Ansehen durch seine eigenen Taten inklusive Erhebungen in höhere Ränge.
• Einkommen seiner Familie und der Person selbst.
• diversen anderen Faktoren (unterschiedlich), wie Rasse, Geschlecht, Magiefähigkeit, …
Je nachdem, wie gut oder schlecht diese Merkmale bei dem Wesen ausfallen, hat er einen besseren oder schlechteren Ruf und bekleidet damit meist automatisch einen höheren oder niedrigeren gesellschaftlichen Rang.
 
Sehr grob herunter gebrochen, könnte man eine Gesellschaft daraufhin in aufsteigender Reihenfolge in
• Geächtete/Verstoßene/Verbannte (Alle, die nicht mehr im Reich leben dürfen)
• Geduldete Außenseiter (meine Kreation) (Alle, die gerade noch so im Reich leben dürfen, Invalide)
• Unterschicht (Leibeigene, Sklaven, Diener, … – Niedere, unwürdige Tätigkeiten)
• Mittelschicht (Alle mit fester Anstellung & ehrbarem Beruf, die sich selbst versorgen können)
• Oberschicht (Alle, die mehr als Mittelschichtler verdienen, davon allerdings nicht reich werden und keine nennenswerten Beziehungen zum Adel haben)
• Adel (Reiche Leute, meist über Generationen hinweg adlig gewesen; auch Wesen, die durch ihre Taten in den Adelsstand erhoben worden – das ist allerdings selten)
• Hochadel (König & Königsfamilie)
unterteilen. Mitglieder der höheren Schichten halten sich meist für „etwas besseres“ und lassen das gern heraus hängen. Niedere Schichten rebellieren dagegen und bekämpfen diese (z.B. durch Bestehlen, Morden, Verrat …).
Den Stand in der Gesellschaft wirst du nur für RPGs mit eben solchen Schichten benötigen. Alternativ in Mittelalter-RPGs. Das Thema wurde bei den Berufen vermerkt, da der Beruf und das Ansehen immer zu einem sehr großen Teil den Stand widerspiegeln. Natürlich kann die Familiengeschichte den Rang noch einmal durcheinander werfen. Aber abgesehen davon, bleibt dieser recht beständig.
Heute gibt es auch keine großen Worte des Abschieds, da bereits alles gesagt wurde 🙂
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich

Du hast ja Flügel!

Rasse
 
Hallöchen, lieber User.
 
Willkommen zum zweiten Beitrag des Projekts „Wie erstelle ich einen RPG-tauglichen Charakter?“. Heute werden wir uns mit der Rasse eines Charakters beschäftigen. Dieser Beitrag wird definitiv nicht so tiefgründig werden, wie der Erste. Es gibt nämlich so viele Rassen, wie Sterne am Himmel. Da sind Fiktive noch gar nicht eingeschlossen. Außerdem werden diverse Rassen meist nur in Fantasy-/bzw. phantastisch angehauchten RPGs genutzt. Also werde ich hier nur grob auf das Thema eingehen. Des Weiteren wird es keine Unterteilung in vorgefertigte Charaktere und ECs geben. Einfach weil ich der Meinung bin, dass die folgenden Punkte für beide Arten an Charakteren gelten.
Aber starten wir endlich mal.

 

Was bedeutet denn „Rasse“?

Mit Rasse verbindet man typischerweise Herkunft, Ethik, Hautfarbe. Allerdings sind das nur kleine Bruchstücke der RPG’schen Rasse. Es geht viel mehr um eine Art eigene Lebensform, die mehr oder weniger menschenähnliche Züge aufweist. Dabei müssen diese Ähnlichkeiten zum Menschen nicht zwingend körperlicher Natur sein. Die Fähigkeit zu sprechen oder Verhaltensweisen, die mit menschlichem Verhalten verglichen werden können, deuten ebenso auf Menschenähnlichkeit hin. Generell besitzt jede Rasse mindestens ein menschenähnliches Merkmal. Meist genutzt ist hier die Sprache.
 
Innerhalb einer Rasse gibt es festgelegte Merkmale, die für alle Mitglieder gelten. Nehmen wir mal das verbreitete Bild der Zwerge: Alle Zwerge sind weitaus kleiner als Menschen. Dafür sind sogar Zwerginnen meist kräftiger.  Diese Punkte bestimmen in diesem Beispiel also die komplette Zwergenrasse. Natürlich gibt es auch innerhalb der Rasse verschiedene Größen und Stärken. Allerdings wird ein solch reinrassiger Zwerg nie auch nur in die Nähe einer menschlichen Größe kommen.
Als generelle Ausnahmen könnte man Halblinge/Mischlinge/Halb-…/oder wie auch immer man Wesen mit Eltern verschiedener Rassen nennen möchte, sehen. Hier ist darauf zu achten, dass die Merkmale beider Elternrassen auf den Charakter einwirken. Allerdings kann man sich hier im Normalfall dazu entscheiden, welche stärker und welche schwächer ausgeprägt sind.
 

Wie kommt mein Charakter nun zu seiner Rasse?

DAS ist die Frage, die jeder RPGler kennt und die gar nicht so leicht zu beantworten ist. Dafür ist die Fülle an vorhandenen Rassen zu unübersichtlich. Es liegt also an jedem Einzelnen, verschiedene Punkte abzuwägen und falls ihm einfach nichts zusagt, eine eigene Rasse zu definieren.
 
Die erste Frage ist wohl immer, ob nicht auch ein Mensch für diesen Charakter reichen würde. Menschen sind in Fantasy RPGs nicht so selten, wie oft propagiert wird. Doch trotzdem werden sie immer wieder als ‚langweilig‘ abgestempelt. Was richtig schade ist! Auch ein Mensch kann zu einem faszinierenden Charakter werden, wenn man sich ein paar Gedanken um ihn macht. Wird natürlich nur der „0815 Mensch“ von nebenan beschrieben, endet es sicher in gähnender Langeweile.
 
Sollte die Rasse „Mensch“ nur in Kombination in Frage kommen, gäbe es die Möglichkeit, Halbblüter oder Gestaltwandler zu übernehmen. Der Unterschied zwischen Halbblütern und Wandlern liegt darin begründet, wie sich die Rassenmerkmale auf den Charakter auswirken. Ersterer wird stets von beiden Rassen seiner Eltern beeinflusst. Zwar können Merkmale schwächer ausgeprägt sein und manche nur selten hervor treten, aber generell weist ein Halbblüter Charakteristiken von beiden elterlichen Rassen auf. Ein Gestaltwandler dagegen nimmt durch die Verwandlung sozusagen eine andere Rasse an. Manchmal werden dem Wandler in seiner menschlichen Form auch Merkmale seiner verwandelten Rasse angedichtet, muss aber nicht sein.
 
Wenn ein Mensch absolut nicht in Frage kommt, wird festgelegt wie hoch der Grat an Menschlichkeit sein soll bzw. wie die Menschlichkeit ausgeprägt sein soll.
Dabei gilt: Je geringer die Ähnlichkeit zu einem Menschen, desto schwerer wird es, den Charakter zu integrieren und zu schreiben. Es sei hier noch einmal darauf hingewiesen, dass sich diese Ähnlichkeit sowohl auf das Aussehen (= körperlich), als auch das Verhalten bezieht! So gibt es beispielsweise Rassen, die gar nicht aussehen, wie Menschen, sich aber sehr ähnlich verhalten. Anders herum genauso.
 
Sollte nichts davon passen, gilt es, eine eigene Rasse zu definieren. Das läuft eigentlich wie eine Charaktererstellung ab. Mit dem Unterschied, dass es nicht nur für eine einzige Person ausformuliert wird, sondern für sehr viele Mitglieder der künftigen Rasse.
 

Schlusswort

Leider lässt sich die Frage nach der Rasse nicht so eindeutig klären, wie manch anderen Punkt der Charaktererstellung. Hier lautet die Devise: Recherchieren bis zum Umfallen. Ich finde immer noch Rassen, von denen ich niemals auch nur ein Wort gehört habe, die aber total super sind.
Außerdem lohnt sich auch der Mut zur Eigenkreation 😉
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich

Das Aussehen ist nicht alles!

Aussehen
 
Hallöchen, lieber User.
 
Willkommen bei dem ersten Beitrag zu meinem Projekt „Wie erstelle ich einen RPG-tauglichen Charakter?“. Heute werden wir uns mit Äußerlichkeiten beschäftigen. Aussehen, Geschlecht, Alter. Ein relativ entspannter Anfang, denkst du nicht auch? Doch lehne dich nicht zu weit zurück. Schon hier gibt es einiges zu beachten.
 
1. Vorgefertigte Charaktere
Es ist nicht schwer, das Internet nach Aussehen, Geschlecht und Alter eines Charakters zu befragen. Auch bieten die verschiedensten Serien/Filme/Spiele/Musik/… genug Grundlagen, um die Charaktere einfach zu übernehmen.
Zu beachten ist hier jedoch das Jahr, in dem das RPG einer gewissen Serie spielt. Spielt es nämlich vor oder nach dem aktuellen Jahr in der Serie, so muss das Alter des Charakters dementsprechend angepasst werden. 
Ein Beispiel: Die Serie X hat momentan 5 Staffeln. In der aktuellsten Folge ist der Charakter YZ 40 Jahre alt. Allerdings spielt das RPG zu X während der 2. Staffel. Also sagen wir mal 8 Jahre vorher. Dementsprechend sollte der Charakter im betreffenden RPG YZ 32/33 Jahre alt sein.
Die Möglichkeit, den Charakter zu individualisieren, sehe ich hier nur beim Aussehen: Trägt der Charakter plötzlich eine Brille weil (Grund einfügen) oder nicht mehr, weil (Grund einfügen)? Vielleicht plötzlich Kontaktlinsen? Hat er sich die Haare gefärbt (nur wenn es zu der betreffenden Person passt!) oder seine Frisur anderweitig verändert? Hat sich sein Kleidungsstil geändert? Und so weiter. Wichtig ist es jedoch, immer darauf zu achten, dass die Veränderungen nicht zu gravierend bzw. biologisch unmöglich sind. So kann ein Charakter, der eigentlich sehr helle Haut hat, keine dunkelbraune Hautfarbe bekommen. Gut gebräunt ja, aber nicht ‚verkohlt‘. Zumal Menschen mit heller Haut sowieso eher Sonnenbrand als Bräune bekommen. 
Aber man spielt einen vorgefertigten Charakter ja nicht, um ihn zu individualisieren. (Sarkasmus am Rande)
 
Anmerkung: Die Bindung an zeitliche Abläufe und damit entsprechend variierendes Alter, besteht meist nur in RPGs, die kein „AU“ (= Alternatives Universum) darstellen. Allerdings kann man über AUs kaum feste Aussagen treffen, da jedes für sich ein eigenes Regelwerk darstellt. Am Besten ist hier einfach: Regeln des AU erfragen und Charakter dementsprechend anpassen. Auch kann es vorkommen, dass in einem AU Geschlechterwechsel möglich sind.
 

2. Eigene Charaktere

Bei den eigenen Charakteren gibt es schon mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Allerdings auch dementsprechend viele Hürden, Hindernisse und Dinge, die beachtet werden müssen. 
 

Geschlecht

Alles beginnt mit dem RPG, für das man sich interessiert. Man bekommt normalerweise Informationen über die Regeln der Welt, Geschichte und manchmal auch Hinweise über Charaktere die gesucht werden. Besonders die Anforderungen an den Charakter sollten gut durchgelesen werden. Dadurch klärt sich die Frage nach dem Geschlecht meist recht schnell. So wird eine Mutter nicht männlich sein und der Opa nicht weiblich. Vielleicht finden sich auch Anforderungen an den Beruf, etc. Hier gilt es immer abzuwägen, ob man lieber einen Charakter spielt, der geschlechtlich in das Gefüge passt oder sich eher durchbeißen muss. Man muss sich nicht an Rollenbilder halten. Doch je größer die Hürden für ein Geschlecht wären, desto feinfühliger wird man später beim Schreiben sein müssen und desto länger würde würde es dauern, spezielle Anforderungen zu erfüllen.
Womit wir auch schon bei der Bestimmung des Alters der Person wären.
 

Alter

Ich werde hier beispielhaft von einem Menschenleben ausgehen.
Generell ist zu sagen, dass ein Mensch mit einem gewissen Alter ein gewisses Maß an Erfahrung gesammelt hat. Es folgt hier ein grobes Raster, das Alter und Erfahrung aufzeigt. Natürlich entspricht das wieder nur der groben Einteilung meiner Charaktere und erhebt keinen Anspruch auf Perfektion 😉
 
0 – 1 Jahr – Säugling – Keine Erfahrung. Eignet sich Wissen über die unmittelbare Umgebung an.
1 – 3 Jahre – Kleinkind – Festigt sein Wissen über die unmittelbare Umgebung, besonders Sprache
3 – 6 Jahre – Kind – Erweitert sein Wissen über Themen, die es interessiert. Allerdings entstehen sie meist immer noch aus dem näheren Umfeld. 
6 – 14 Jahre – Schulkind – Lernt, über die Grenzen seines Umfeldes hinaus zu denken. Wird mit Wissen über die Welt gefüllt. Breitet seine Interessen aus
14 – 21 Jahre – Teenager/Heranwachsender – Pubertätswirrwarr. Erfahrungen vor Allem mit dem/den Geschlechtern stehen im Vordergrund. Aktive Übernahme von Eigenverantwortung durch Ablöse vom Elternhaus. Ab 17/18 Ausbildungs-/Studienbeginn
21 – 30 Jahre – Junger Erwachsener – Wissen über Interessensgebiete wird auch abstrakt erweitert, es muss also kein direkter Bezug mehr zum eigenen Leben bestehen. Stete Suche nach neuen Herausforderungen.  Arbeitsleben beginnt und weniger zeitraubende fachliche Weiterbildungen werden abgeschlossen. Erhöhte Abenteuerlust
30 – 45 Jahre – Erwachsener – Fachliche Qualifikationen werden vertieft und erweitert. Die Abenteuerlust ist etwas schwächer, als vorher, aber verschwindet nicht. Weiterhin steter Wissenserwerb
45 – 60 Jahre – Erfahrener Erwachsener – Breites Wissen über vorher vertiefte Interessensgebiete. Abenteuerlust nimmt stetig ab und wird durch Sesshaftigkeit ersetzt. Demnach immer eingeschränktere Möglichkeit zum Wissenserwerb. 
60 + Jahre – Hoch erfahrener Erwachsener/ ab ca. 75 Greis – Wissend und weise 😉 Lernt trotzdem weiter
 
Zu beachten ist, wie oben erwähnt, ob ein Charakter mehr oder weniger Zeit benötigt (hat), um etwas zu erlernen. Auch sind eventuelle Altersunterschiede verschiedener Epochen zu beachten. So wird ein Lehrling im Mittelalter z.B. spätestens mit 12/13 in die Lehre gehen und generell nicht so lang leben, wie ein Mensch nach heutigen Standards. 
 

Aussehen

Da nun Geschlecht und Alter relativ klar sind, müssen wir uns nur noch um das Aussehen des Charakters kümmern. Wichtig ist hier natürlich wieder, dass alles zusammen passt. Eine 45-jährige Frau wird nicht so aussehen, wie ein 15-jähriges Mädchen. Sie wird auch eher ‚erwachsenere‘ Frisuren tragen und ihren Kleidungsstil nicht an den Teenagern der Zeit orientieren. Sofern sie keine Teenager-Phase durchmacht. Das gleiche Spiel könnte man auch auf der Seite der Männer abhandeln. Wichtig bei der Gestaltung des Aussehens sind folgende Kategorien:
 
• Statur (wie groß/klein – dünn/dick ist die Person? Hier müssen keine Kilo bzw. Meter vorhanden sein. Allerdings scheinen das immer mehr RPGler genau wissen zu wollen)
• Haarfarbe/Frisur/Augenfarbe/Hautfarbe
• Kleidungsstil
• Accessoires (sofern es welche gibt, die immer vorhanden sind)
• Besondere Merkmale (Tattoos/Piercings/Sommersprossen/… – Also alles, was in irgend einer Weise auffallen könnte)
 

Schlusswort

Das war jetzt viel Gerede um ein eigentlich kleines Thema. In der Praxis nimmt dieser Bereich wohl den kleinsten Punkt in der Charaktererstellung ein. Doch deswegen sollte er nicht unterschätzt werden! Zwar ist es im Nachhinein jederzeit möglich, Punkte abzuändern, aber um seinen Charakter fixieren zu können, sind Rahmenangaben wie Geschlecht und Alter schon recht früh fest zu legen. Wenn auch nur grob. Die Feinjustierung folgt später immer noch. So verfügt man über eine solide Basis, auf der man aufbauen kann.
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich

Projekt: Charaktererstellung

Charakter
 
Hallöchen, lieber User.
 
Schön, dass du dich für mein erstes großes Projekt interessierst, über das ich in den nächsten drei Wochen schreiben werde. Vorweg ist zu sagen, dass dies nur den ersten Teil der Reihe „Einstieg in das RPGn“ darstellt. Welche Projekte ich zu dieser Reihe dann noch hinzufügen werde, bleibt allerdings noch mein Geheimnis.
 
Wie der Titel schon verrät, wird es darum gehen, einen RPG-tauglichen Charakter zu erstellen. Denn ohne einen Charakter ist das RPGn unmöglich. Außerdem wird sich ein Einsteiger zuerst in einem bestehenden RPG umsehen und nicht direkt eine neue Welt aufbauen wollen. Also starten wir mit den Grundlagen. Einsteiger bedeutet hier Person, ohne oder mit wenig Vorerfahrung im Bereich des Schreibens 😉 Doch auch für ältere Hasen müsste der ein oder andere interessante Aspekt dabei sein. Davon abgesehen, werde ich sowohl die Seite der vorgefertigten Charaktere, als auch die, der eigenen Charaktere beleuchten.
 
Hier nun ein Ausblick auf die geplanten Inhalte:
2. 22.4.2017 Rasse
6. 30.4.2017 Vorlieben/Abneigungen
8. 4.5.2017 Name
 
Bitte beachte, dass dies im Normalfall der Reihenfolge entspricht, wie ich meine Charaktere erschaffe. Ich bin jedoch der Meinung, dass jeder seinen eigenen Ablauf finden muss. Es kann anfangs helfen, nach diesem Schema vorzugehen, allerdings wird sich das im Lauf der Übung mit hoher Wahrscheinlichkeit ändern. Selbst wenn nur Kleinigkeiten eine andere Reihenfolge bekommen. Das ist nicht schlimm, sondern perfekt! 😉
 
Alles in Allem freue ich mich auf die nächsten drei Wochen und bin gespannt, wie dir das Thema zusagt.
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich
 
P.S.: Mich interessiert übrigens, wie die Erfahrenen bei der Charaktererstellung vorgehen!