Jetzt wird gearbeitet!

Steckbrief
 
Hallöchen, lieber User.
 
Willkommen beim nun wirklich letzten Beitrag zum Projekt „Wie erstellt man einen RPG-tauglichen Charakter?“. Heute wandeln wir den ganzen Theoriekram der vorherigen Teile in die Praxis um. Also wird es eine Erstellung eines Charaktersteckbriefs zu bestaunen geben. Hin und wieder werde ich Kommentare dazwischen fügen, damit alles etwas nachvollziehbarer ist.
Wie bereits im Titel angemerkt, stellt dieser Beitrag nur eine kleine Ergänzung zum eigentlichen Erstellungsprozess dar und muss nicht zwingend beachtet werden 🙂 Ein paar Tipps zu beherzigen, kann trotzdem nicht schaden.
 
Los geht’s!
 

1. Art des Steckbriefs

Bevor mit der Erstellung des Steckbriefs begonnen werden kann, solltest du dir erst einmal überlegen, wie dieser zum Schluss aussehen soll. Es gibt die wildesten Möglichkeiten, Steckbriefe zu gestalten. Die Kreativität kennt hier keine Grenzen. 
 
Ein paar Beispiele: 
 
• Ein gängiger Charakterbogen mit Stichpunkten der einzelnen Eigenschaften/…
• Steckbrief in reiner Textform
• „Tagebucheintrag“ aus der Sicht des Charakters, wo er über sich schreibt und sich beschreibt
• Für „bekannte“ Personen: Mögliche Einträge über sie aus Geschichtsbüchern
uvm.
 
Solltest du dich für eine andere Form als den stichpunktartigen Steckbrief entscheiden, lohnt es sich, die einzelnen Merkmale des Charakters im Vorfeld zu notieren. Schnell sind wichtige Eigenschaften vergessen. Das kann ärgerlich werden. Besonders, wenn man alles wieder ändern muss.
 
Ich werde hier beispielhaft mit dem „gängigen“ Steckbrief weiter machen.
 

2. Der Steckbrief in der Erstellung

Im Folgenden werden die einzelnen Teile der Charaktererstellung erst einmal einzeln erklärt und dann in einem Steckbrief zusammen gefügt. Ich gehe für dieses Beispiel von einem High-Fantasy (Mittelalter-Fantasy) Genre aus.
 
Allgemeines
Geschlecht: Männlich
Alter: 25 – 30 (Erwachsener Meister mit Berufserfahrung, sollte schon in der Lage sein, einen Lehrling auszubilden)
 
Aussehen: 
• Statur: Muskulöse Arme, rundlicher Bauch, ca. 1,60m groß
• Haarfarbe/Frisur/Augenfarbe/Hautfarbe: Schwarzes Haar, das bis zur Hälfte des Halses reicht/Braune Augen/ leicht gebräunte Haut
• Kleidungsstil: Kleidungsstil der Arbeiterklasse ohne Accessoires oder sonstige Extras
• Besondere Merkmale: Narbe, die sich über seinen linken Arm zieht
 
Rasse
Für dieses Muster entscheide ich mich für die Rasse „Mensch“. Wenn jemand ein Beispiel für eine eigene Rassendefinition möchte, der kann gern darum bitten 🙂
 
Beruf & Stand in der Gesellschaft
Beruf: Wirt eines unbedeutenden Gasthauses; zuständig für den Barbereich & Brauen von Bier. Einkauf & Kochen & Sauberhalten der Zimmer übernehmen seine Frau, seine Tochter und sein Lehrling. 
Ansehen & Stand in der Gesellschaft: Verdient so viel, wie er und seine Familie zum Leben braucht, muss aber nicht jedes Silberstück umdrehen, wenn er etwas kaufen möchte -> Solide mittlere Gesellschaftsschicht
Berufsfähigkeiten: Hat eine gewisse Kraft in den Armen (durch Fässer heben/rollen/…), kann gut über Belanglosigkeiten plaudern
 
Hier sollte eine Änderung des vorher festgelegten Aussehens vorgenommen werden: Demnach trägt der Charakter bei der Arbeit eher abgetragene Kleidung mit einer Schürze. Ansonsten Kleidung, die ihn als Mann der Mittelschicht auszeichnet.
Außerdem wird das Alter aufgrund der beruflichen Erfahrung auf 30 Jahre geändert
 
Wesensmerkmale
• Stellt Gesetze über alles auf der Welt
• Hat einen hohen Anspruch an sich und seine Umwelt
• hat keine Probleme damit, sich mit Anderen zu unterhalten
• kann und will sich aber nicht in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellen
• hat ein offenes Ohr für alles und kann Geheimnisse gut bewahren
• ist seiner Familie gegenüber sehr streng/strafend und spricht mit ihnen nicht viel
• kann es nicht akzeptieren, keinen Sohn zu haben & schiebt die Schuld daran gern auf seine Frau
Ergänzung aus Berufsfähigkeiten: kann gut über Belanglosigkeiten plaudern
 
Stärken/Schwächen
Stärken:
• kann, für seinen Geschmack, recht gutes Bier brauen
• Kann sehr gut rechnen
Schwächen:
• trinkt oft mehr von seinem eigenen Bier, als seine Gäste
• ist Stammgästen gegenüber etwas zu spendabel
• ist ein miserabler Sänger
 
Fähigkeiten
Körperlich: (Berufsfähigkeit) hat durch Fässer rollen/tragen/… eine gewisse Kraft in den Armen; ist links aufgrund einer Verletzung beim Heben eines Fasses, schwächer
Wissen & Anwenden: Kann in gewissem Maß Geld wechseln, lesen & schreiben. Spricht nur seine Heimatsprache
Handwerklich: Hat irgendwann einmal Laute spielen gelernt. Aber in wie weiter er das heute noch beherrscht ist fraglich.
Waffenkunde: Trägt immer einen Dolch zur Selbstverteidigung mit sich herum. Allerdings kann in den Händen eines Wirtes auch ein Glas zur Waffe werden…
 
Vorlieben/Abneigungen
• + mag gute Musik und gutes Bier
• + legt sehr viel Wert auf Ordnung
• + kann von Klatsch und Tratsch nicht genug kriegen, auch wenn er nicht dazu neigt, ihn selbst zu verbreiten
• – hasst es, wenn unwissende versuchen, Musik zu machen
• – kann Ungehorsam seiner Familie nicht ausstehen
 
Hintergrundgeschichte
-> Aufgewachsen in einer ebenfalls mittelschichtigen Familie mit 3 älteren Brüdern, erbte das Wirtshaus
-> Konnte sich bei seinen Brüdern nie durchsetzen; musste alles erledigen; redete sie eher „voll“
-> Familie lebte damals in dem selben Dorf, wie er heute (er kennt also nicht viel von der Welt)
-> Hat auch ein sonst recht unspektakuläres Leben hinter sich
Änderungen, die sich aufgrund der Hintergrundgeschichte ergeben:
Vorliebe – Liebt es, Geschichten über das Reisen zu hören
Herkunft – Dorf XY
 
Name
Komplett selbst zusammen gebauter Name: Garren
Ich garantiere nicht dafür, dass es diesen nicht Namen bereits gibt! 🙂
 

3. Fertiger Steckbrief

Allgemein
Name: Garren
Geschlecht: Männlich
Alter: 30
Rasse: Mensch
Herkunft: Dorf XY
Beruf: Wirt eines eher unbedeutenden Wirtshauses
Verdienst & Stand in der Gesellschaft: Verdient so viel, wie er und seine Familie zum Leben braucht, muss aber nicht jedes Silberstück umdrehen, wenn er etwas kaufen möchte -> Solide mittlere Gesellschaftsschicht
 
Aussehen
Statur: Muskulöse Arme, rundlicher Bauch, ca. 1,60m groß
Haarfarbe/Frisur/Augenfarbe/Hautfarbe: Schwarzes Haar, das bis zur Hälfte des Halses reicht/Braune Augen/ leicht gebräunte Haut
Kleidungsstil: Trägt bei der Arbeit eher abgetragene Kleidung mit einer Schürze. Ansonsten Kleidung, die ihn als Mann der Mittelschicht auszeichnet.
Besondere Merkmale: Narbe, die sich über seinen linken Arm zieht
 
Charakter
• Stellt Gesetze über alles auf der Welt
• Hat einen hohen Anspruch an sich und seine Umwelt
• hat keine Probleme damit, sich mit Anderen zu unterhalten
• kann und will sich aber nicht in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellen
• kann gut über Belanglosigkeiten plaudern
• hat ein offenes Ohr für alles und kann Geheimnisse gut bewahren
• ist seiner Familie gegenüber sehr streng/strafend und spricht mit ihnen nicht viel
• kann es nicht akzeptieren, keinen Sohn zu haben & schiebt die Schuld daran gern auf seine Frau
 
Vorlieben/ Abneigungen
• + liebt es, Geschichten über das Reisen zu hören
• + mag gute Musik und gutes Bier
• + legt sehr viel Wert auf Ordnung
• + kann von Klatsch und Tratsch nicht genug kriegen, auch wenn er nicht dazu neigt, ihn selbst zu verbreiten
• – hasst es, wenn unwissende versuchen, Musik zu machen
• – kann Ungehorsam seiner Familie nicht ausstehen
 
Stärken/ Schwächen
Stärken:
• kann, für seinen Geschmack, recht gutes Bier brauen
• Kann sehr gut rechnen
Schwächen:
• trinkt oft mehr von seinem eigenen Bier, als seine Gäste
• ist Stammgästen gegenüber etwas zu spendabel
• ist ein miserabler Sänger
 
Fähigkeiten & Fertigkeiten
Körperlich: (Berufsfähigkeit) hat durch Fässer rollen/tragen/… eine gewisse Kraft in den Armen. Ist im linken Arm, aufgrund einer Verletzung beim Heben eines Fasses, schwächer
Wissen & Anwenden: Kann in gewissem Maß Geld wechseln, lesen & schreiben. Spricht nur seine Heimatsprache.
Handwerklich: Hat irgendwann einmal Laute spielen gelernt. Aber in wie weiter er das heute noch beherrscht ist fraglich.
Waffenkunde: Trägt immer einen Dolch zur Selbstverteidigung mit sich herum. Allerdings kann in den Händen eines Wirtes auch ein Glas zur Waffe werden…
 
Geschichte
Aufgewachsen in einer mittelschichtigen Familie, hatte Garren schon früh gelernt, dass man sich sein Geld erarbeiten musste. Sein Vater hatte stets zu sagen gepflegt: „Sind deine Gäste zufrieden, wirst du mehr Geld bekommen.“ Daraufhin war eine Runde Getränke für Alle gefolgt.
Seine drei älteren Brüder hatten ihm stets Aufgaben aufgetragen, die er erledigen musste. Sich gegen sie durchzusetzen, war für Garren unmöglich gewesen. Außer ihm war es gelungen, die Älteren mit einer Rede über Sinnlosigkeiten zu vertreiben. Was er, mit zunehmendem Alter, immer besser zu Stande gebracht hatte.
Die Familie hatte in Dorf XY gelebt, in dem Garren heute noch wohnt. Es hatte immer so viel Arbeit gegeben, dass es nie möglich gewesen war, größere Reisen zu unternehmen. Der Junge hatte zwar immer wieder kurze Ausflüge mit seinen Brüdern unternehmen dürfen, war jedoch nie weiter, als bis in die umliegenden Dörfer und die nächst gelegene Stadt, gekommen. Demnach beneidete er all die Reisenden, die in dem familiären Gasthaus untergekommen waren und von Erlebnissen erzählt hatten, von denen Garren nur träumen konnte. Mittlerweile war sein Erkundungsdrang gesunken. Zwar konnten ihn die Geschichten seiner Gäste noch immer zum Träumen verleiten, er wollte aber nicht mehr unbedingt alles selbst erleben.
 
(Ich gebe zu, das ist eine sehr kurze Vergangenheitsbeschreibung. Soll ja auch nur ein grobes Exemplar sein 😉 )
 

Schlusswort

Im Vergleich zu den ganzen Punkten, die man bei der Charaktererstellung beachten muss, ist der Steckbrief schnell geschrieben. Die größte Herausforderung liegt hier nur in der Frage, ob es ein „klassischer“ Stichwort-Steckbrief werden soll oder nicht. Ansonsten ist die Vorarbeit ja schon lang getan.
 
Abgesehen davon ist das Projekt der Charaktererstellung nun endgültig beendet. Es gibt nun keine Zusätze mehr. Versprochen! Lassen wir uns überraschen, was die nächsten Beiträge so mit sich bringen werden 🙂
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich 🙂

Nicht jedes Glitzern ist ein Klischee

Klischee
 
Hallöchen, lieber User. 
 
Schön, dass du dich zu Teil 9 des Projekts „Wie erstelle ich einen RPG-tauglichen Charakter?“ eingefunden hast. Dieser Teil ist ein kleiner Exkurs in die Welt der Klischees und Stereotypen. Der billigen 0815-Charaktere, wie sie überall dort zu finden sind, wo das Niveau eine Handcreme ist. Allerdings behaupte ich, dass es keinen Charakter gibt, der nicht mindestens ein Klischee in sich vereint. Du glaubst mir nicht? Dann lies doch einfach weiter 😉
 

1. Was ist ein „Klischee“?

Wenn man „Klischee“ hört, verdreht man unweigerlich die Augen. Allein das Wort „Klischee“ an sich ist also schon mit schlechten Erfahrungen/Meinungen/… behaftet. Doch weswegen? Betrachten wir doch einfach mal die „Arten“ von Klischees:
 
• Nicht gelungene Kopie/Abklatsch einer Vorlage
• Eingefahrene Meinung und Vorurteil
• Stereotyp
• „Viel Text ohne Inhalt“ bzw. „Leeres Gerede“
 
Jede Form des Klischees beeinflusst eine andere. Man wird also nie frei von einem Klischee sein.
 
Klischee als nicht gelungene Kopie/billiger Abklatsch einer Vorlage
Leider neigen besonders Charaktere, die auf Grundlage bereits vorhandener Serien entstehen, dazu, zu einem Klischee zu werden. Vielleicht sieht der Steckbrief noch „perfekt“ aus. Doch spätestens im Posting entpuppt sich der Charakter als flach und nicht annähernd so dargestellt, wie er in der Serie zu sehen/zu hören/… ist. Dabei liegt das weniger an der Schreibfähigkeit des Spielers, als an der Tatsache, dass man Vorlagen nicht 1:1 wiedergeben kann. Der Schreiber lässt den Charakter so agieren, wie er meint, dass das Original handeln würde. Das gefällt seinem Mitspieler dann wiederum nicht, weil er eine ganz andere Meinung von dem Charakter hat und stempelt den Charakter des PPs als billigen Abklatsch ab. Daraus entsteht auf beiden Seiten Unmut. 
 
In diese Kategorie gehören auch Charaktere, die man schon 1000 Mal gesehen hat. Oder man meint, sie 1000 Mal gesehen zu haben. Alle scheinen die gleichen Eigenschaften zu haben und sich identisch zu verhalten. Dabei wird der 1000. Charakter noch schlechter dargestellt, als seine Vorgänger. Böse ist, wer hier nach Vorurteilen schreit. 
BÄM perfekter Übergang!
 
Klischee als eingefahrene Meinung und Vorurteil
Jeder kennt sie, jeder hat sie. Seine eigenen kleinen Vorurteile. Manche sind gut gehütet und werden niemals überdacht und manche finden ihren Weg in die Freiheit. Es ist schwer, einen Charakter zu erstellen, der nicht bei mindestens einem PP eine vorgefertigte Meinung hervor ruft.
 
Beispiel: „Killy“ kämpft sich durch das Leben, indem er andere bestielt. 
Wer hat zu diesem Satz nicht direkt ein Bild von einem Charakter im Kopf? Wer beschränkt sein Bild nur auf diesen einen Satz? Ich wage zu behaupten, dass das kaum einer tut. Fakt ist, dass allein die Tatsache, dass Killy stiehlt, verschiedenste Meinungen in den Menschen hervorruft. Von Sozialschmarotzer, über Krimineller, bis hin zu Abschaum werden alle möglichen Vorurteile erscheinen. Erst, wenn man offen für weitere Informationen über den Charakter ist, wird man dieses Vorurteil überwinden können. Oder auch nicht, wenn die weiteren Punkte die eigene Befürchtung bestätigen.
 
Klischee als Stereotyp
Stereotypen sind Eigenschaften, die gewissen Gruppen zugeschrieben werden. Also eine Frau kann nur …, ein Mann kann nur …, blonde Frauen sind dumm, usw. Diese Art der Klischees verschwimmt meist mit den Vorurteilen und ist schwer davon abzugrenzen.
 
Stereotypes Verhalten dagegen beschreibt Verhalten, das ‚typisch‘ männlich oder ‚typisch‘ weiblich ist. Hier gibt es klare Unterscheidungen, was eine Frau tut und was nicht. Das Gleiche auch für den Mann. „Das ist nicht damenhaft“ entspringt übrigens der stereotypen Sichtweise davon, wie sich eine Frau zu verhalten hat. 
 
Klischee als „viel Text ohne Inhalt“ bzw. „Leeres Gerede“
Ich schätze, dass bei meinen bisherigen Beiträgen sicherlich das ein oder andere „Blabla“ dabei war. Keiner schreibt nur das, was wichtig und nützlich ist. Vieles wird dazu geschrieben, weil man der Meinung ist, man müsste nochmal und nochmal und nochmal erklären, worauf man hinaus will. Allerdings gibt es auch Texte, bei denen man sich regelmäßig denkt: „Was soll ich damit jetzt anfangen?“ Dabei liegt hier das Problem weniger an mangelnder Rechtschreibung, als an der Tatsache, dass der Schreiber einfach nicht „auf den Punkt kommt“. Da werden Floskeln aneinander gereiht, vielleicht noch ein oder zwei Gedanken des Charakters und das war es dann auch schon. Weiterhin wird die Umgebung beschrieben. Wieder. Und wieder. Und wieder. 
 
Du merkst also, dass ich hier schon so meine Erfahrungen gemacht habe und damit nicht mehr ganz vorurteilsfrei schreiben kann. Was die Annahme bestätigt, dass sich alle Arten von Klischees aufeinander beziehen 😉
 

2. Wie geht man mit Klischees um? 

Am aller wichtigsten ist es, sich der Tatsache bewusst zu sein, dass man immer von Klischees umgeben ist. Selbst in Redewendungen sind Vorurteile oder Stereotypen vorhanden. Es ist etwas, das man nicht von sich weisen kann. Niemand kann sich darüber erheben und behaupten, dass er „ohne Klischees“ wäre. Das würde unter Anderem auch voraus setzen, dass er nie leere Worte von sich geben würde. Genauso ist es mit den RPG-Charakteren. Kein Charakter ist klischeelos. Bei manchen sind zwar offensichtlichere Klischees eingebaut (z.B. stereotype Verhaltensweisen), aber das muss nicht sein. Ein Charakter hat seine eigene Meinung, er hat seine Vorurteile und er hat sicher auch hier und da Momente, in denen er nicht der perfekte Redner ist. Das alles macht ihn in verschiedenster Art zu einem ‚klischeehaften‘ Charakter.
 
Wir haben jedoch festgestellt, dass Klischees eher mit schlechten Erfahrungen behaftet sind. Wie kann man das jetzt vereinen?
 
Die Antwort wird nicht jedem gefallen: Man muss sich an seiner eigenen Nase fassen und seine „Vorurteile“ zu den Klischees überdenken. Denn negative Erfahrungen bestärken nur die eingefahrene Meinung, dass ein Klischee falsch ist. Dabei ist „Klischee“ nur ein Wort. Erst die Erfahrungen machen aus diesem Wort eine verpönte und nie gewollte Eigenschaft.
 
Wie wäre es also, mit ein paar Denkanstößen?
 
• Hast du diesen Charakter wirklich schon 100 Mal gesehen? Findest du Eigenschaften, die sich unterscheiden?
• Kannst du deinem PP nicht einfach sagen, dass deine Sicht von dem vorgefertigten Charakter XY anders ist, als er ihn darstellt?
• Kannst du den vorgefertigten Charakter deines PP trotz der Unterschiede zum Original lieben lernen?
• Ein Vorurteil schleicht sich in deine Gedanken. Wie wäre es, dem Charakter trotzdem die Chance zu geben, ihn näher kennen zu lernen?
• Blond, blauäugig und blöd? Wenn du mit den Augen rollst, dann schau dir den Steckbrief nochmal an. Gibt es Punkte, die du trotzdem magst?
• Kann das ’sinnlose Blabla‘ in einem Post irgendwie gegen den betreffenden Charakter gewendet werden? (Jah, hier bin ich gern mal böse <D Es reicht ja auch schon ein sarkastischer Kommentar von einem anderen Charaker)
 

Schlusswort

Klischees haben meistens einen ekelhaften Beigeschmack. Sie werden überstrapaziert oder einfach falsch eingesetzt. Dabei steckt selten böser Wille dahinter. Doch das falsche Nutzen von Klischees bestätigt auf anderen Seiten wieder Vorurteile und ein endloser Kreislauf an Abneigung entsteht. Hier muss jeder seine Meinung hinterfragen und herausfinden, ob er seine Sorge, wieder ein RPG in der Klischeehölle versinken zu sehen, irgendwie schwächen kann. Denn man steht sich immer selbst im Weg. Sich mit seinen PPs darüber auszutauschen kann helfen und wer weis? Vielleicht trauen sich dann mehr ‚klischeehafte‘ Charaktere in das RPG.
Denn:
Klischees können auch gewollt eingebaut worden sein, um dem Charakter ein wenig Pfiff zu verleihen.
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich

Wie darf ich dich denn ansprechen?

Namen
 
Halli, hallo, hallöchen, lieber User.
 
Schön, dass du dich beim eigentlich letzten Beitrag zum Projekt „Wie erstellt man einen RPG-tauglichen Charakter?“ eingefunden hast. Heute erhält der erstellte Charakter seinen Namen und damit wird er bereit sein, auf die Welt los gelassen zu werden.
Fragst du dich nun, weswegen oben „eigentlich letzter Beitrag“ steht? Ganz einfach: Mit der Namensgebung endet die eigentliche Charaktererstellung. Die erdachte Person wird fertig sein. Die weiteren Beiträge zu diesem Thema sind nur noch Anhängsel. Sie können beachtet werden, müssen es aber nicht.
Aber zurück zum Thema. Viel Spaß mit der Benennung des Charakters! 🙂
 

1. Allgemein

Bei der Namensgebung sind Zeitalter und Ort des RPGs von besonderer Bedeutung. Oder besser gesagt das Zeitalter des RPGs und der Herkunftsort des Charakters.
Nimmt man z.B. die heutige Zeit, sind Personen mit Namen, die nicht dem bespielten Land entspringen, alles andere, als selten. Globalisierung und Mulikulti-Trend seien gedankt. Doch das ändert sich, wenn man die Epoche ändert. Wie sieht es beispielsweise in der Renaissance aus? Dem Mittelalter? Oder vor der Entdeckung Amerikas? Transportmittel waren in unterschiedlichen Maßen vorhanden und damit kam man auch langsamer voran. Oder gar nicht, wenn man Inselbewohner war und von Schiffen noch nie etwas gesehen hatte. Heißt: Es war in manchen Zeiträumen und an manchen Orten sehr schwer, bis unmöglich, in ein anderes Land zu gelangen. Also wird es eine Mischung der Herkunft genauso selten gegeben haben, wie diverse ‚ausländische‘ Namen. (Renaissance ist hier übrigens nur ein Beispiel für eine andere Epoche, nicht für erschwerte Transportmittel 😀 )
 
Eine weitere Unterscheidung ist im RPG-Genre zu treffen. Befindest du dich in einem RPG, das nicht einmal den kleinsten Fantasy-Anteil hat, dann solltest du dich lieber an den geschichtlichen Epochen und deren Namen orientieren. Alternativ an Namen mit Bedeutungen. Ist Fantasy ein fester Bestandteil, bist du freier in der Namenswahl. Sie sind nicht mehr so stark an geschichtliche Hintergründe gebunden. Das bedeutet mehr Freiraum und lässt Platz für selbst erfundene Benennungen.
 
Darüber hinaus bin ich persönlich eine Vertreterin von „so wenig gängige Namen, wie möglich“. Man kann Namen aus dem echten Leben ganz einfach abändern und schon hat man nicht mehr diesen Einheitsbrei von Hans, Kevin oder den Nachnamen Maier und Müller. Es gibt in der direkten Umwelt genug Leute mit solchen Namen. Warum also in ein RPG verschleppen?
Diese Einstellung spiegelt sich auch sehr in meinen folgenden Ausführungen zur Namensfindung wider. Solltest du eher an ‚beliebten‘ Namen interessiert sein, so wirst du hier nicht fündig werden. Dann sei dir einfach mal deine Suchmaschine des Vertrauens ans Herz gelegt.
 

2. Vornamen

Vom Mittelalter bis heute – Epochenbezogene Namen
Sollte man sich dafür entscheiden, den Charakter nach dem „Trend“ der RPG-Zeit zu benennen, sollte man im Hinterkopf behalten, dass sich dieser Trend von Land zu Land unterschiedlich entwickelt hat. Wahrscheinlich könnte man Gemeinsamkeiten finden, wenn man sich damit beschäftigen würde. Allerdings ist mein Vorrat an geschichtlich benannten Charakteren so gering, dass ich mich in diesem Bereich kaum auskenne.
 
Meine Recherche hat jedoch einen sehr spannenden Beitrag, zu der Namensentwicklung in (Vor-)Deutschland, ans Tageslicht gebracht. Daran möchte ich dir zumindest die Geschichte deutscher Vornamen näher bringen.
 
800 n. Chr.: Volk der Germanen
Glaubten daran, dass die Namen Einfluss auf die Person haben. Gaben den Kindern einen Namen, der aus zwei Worten bestand, die zu den Themen Natur, Gewalt oder Krieg gehörten. Z.B. Brun (Brustpanzer) Hild (Held) – Brunhild = Heldin im Brustpanzer (für weibliche Personen) oder Adal (Edel) Fried (Beschützer) – Adalfried = Edler Beschützer (für Männer)
Nicht zu verwechseln mit den Römern, deren Namen nur aus der Eigenschaft entsprang, die die Person jedoch am Stärksten ausmachte. (Claudia = Die Hinkende)
Ab 4. Jahrhundert: Christentum verbreitet sich
Ab 11. Jahrhundert: Germanen und deren Götter sind durch den Glauben an einen Gott ersetzt
Namen werden nun nach biblischem Vorbild geprägt. Z.B. Martha und Maria auf der weiblichen Seite/Aaron und David bei den Männern. Im Verlauf des Mittelalters wird es sogar Pflicht, das eigene Kind nach Heiligen zu benennen. Der Glaube an einen extra Schutz durch diese Namensgebung wächst.
15. Jahrhundert: Martin Luther spaltet die Kirche und damit auch den Trend der Namensgebung
Katholische Seite: Kinder werden weiterhin nach biblischem Vorbild benannt und bekommen vermehrt Zweit- und Drittnamen
Protestantische Seite: Kinder bekommen sowohl biblische Namen, als auch germanische. Außerdem werden Namen aus mehreren Worten zusammen gesetzt. Beispiel für solche Wortschöpfungen: Sieg + Friede = Siegfried, Bring + Friede = Bringfriede
Aufklärungszeitalter, Neuzeit, Renaissance: Individuelle Lebensweise wird immer wichtiger & Frankreich wird von allen bewundert
Kinder werden nach eigenen Vorstellungen benannt. Außerdem werden Namen der antiken Griechen und Römer beliebter. Bsp. Cicero (Junge), Felicitas (Mädchen). Frankreich wird im Lauf der Zeit ebenfalls zum Namensvorbild, z.B. Henrie oder Henriette.
Ab 17. Jahrhundert: 
Namen orientieren sich an wichtigen Ereignissen. So bringt die Erscheinung von Shakespeares Romanen britisch geprägte Vornamen nach Deutschland. Aber auch Königs- und Kaisernamen, wie Friedrich und Wilhelm, verbreiten sich immer mehr.
Zeitraum des Nationalsozialismus: 
Deutsche Kinder dürfen keine Namen erhalten, die nicht deutsch klingen. Im Vergleich dazu, dürfen jüdische Kinder, die in Deutschland leben, keinen deutschen Namen bekommen.
Während der Teilung Deutschlands: 
Leute aus Westdeutschland reisen nach Italien, Spanien, … und schnappen dort neue Namen auf. Auch ist es ihnen möglich, Filme aus der ganzen Welt zu sehen. Nicole und Marco sind beliebte westdeutsche Namen.
Ostdeutschland versucht sich irgendwie am Westen zu orientieren. Daraus entstehen eher westlich klingende Namen, wie Mandy und Sindy.
Nach der Teilung bis heute:
Im Lauf der Zeit gewinnt die Individualität wieder an Bedeutung. Es gibt kaum noch Namen mit germanischem Ursprung und auch sonst will mittlerweile jeder seine Kinder auf die schrägste eigene Art benennen.
 
Wer sich den Beitrag übrigens ganz ansehen möchte, hier ist er zu finden: http://www.beliebte-vornamen.de/251-geschichte.htm
 
Namen mit Bedeutung
Bereits in der Geschichte der deutschen Namen gab es Epochen, in denen Namen mit Bedeutungen genutzt wurden. Dies sind Namen, die z.B. verschiedene Eigenschaften des Charakters in sich vereinen. Man kann hier sogar noch einen Schritt weiter gehen und sich seine eigenen tiefgründigen Namen zusammen zimmern. Sogar in der Herkunftssprache des Charakters! Dabei gehst du folgendermaßen vor:
 
1. Suche dir eine Sprache aus, die zu deinem Charakter passt.
2. Nimm dir eine Online-Suchmaschine zur Hand und suche nach Eigenschaften in der gewählten Sprache mit Übersetzung ins Deutsche.
3. Entscheide dich für maximal 2 Eigenschaften, die zu deinem Charakter passen und schreibe dir diese in ihrer Originalsprache auf.
4. Versuche nun, die beiden nun in ein Wort zu packen, so dass es sich für dich sinnvoll anhört.
 
Hast du nur eine Eigenschaft ausgesucht, fällt der 4. Schritt natürlich weg. Außerdem kannst du anstatt Eigenschaften auch nach irgendwelchen Hobbies/Vorlieben oder sonstigen Worten suchen, die zu deinem Charakter passen. Aus diesem Grund wird auch die Namensgebung erst ganz zum Schluss vollzogen. Immerhin ist ja schon fest gelegt, was zu der Person passt und was nicht 🙂
 
Wenn man sich das erste Mal an einen eigenen Namen mit Bedeutung wagt, kann manches sehr schräg klingen. Das liegt einfach daran, dass hier aktiv mit fremden Sprachen gearbeitet wird, um den Charakter glaubwürdiger zu gestalten. Sollte dir der entstandene Name jedoch nicht zusagen, versuche ihn doch mal etwas abzuändern. Sieh dich, für weitere Tipps dazu, einfach im Bereich der Eigenkreationen um.
 
„Eigenkreationen“
Mit eigenen Namen sind nicht nur jene gemeint, bei denen man einfach wild Buchstaben aneinander reiht und sich dabei überraschen lässt, was heraus kommt. In gewisser Weise sind alle Namen, die in irgendeiner Weise abgeändert werden, Eigenkreationen. Deswegen auch die Anführungszeichen in der Überschrift. Es geht hier hauptsächlich darum, sich eine Benennung für seinen Charakter auszudenken, die einem selbst zusagt. Und sei es nur durch einen vertauschten Buchstaben.
 
Generell kann man eigene Namen in verschiedene Grade einteilen:
 
1. Gängiger Name mit vertauschten Buchstaben; z.B. wird aus Anna Arianna
2. Name einer anderen Sprache mit vertauschten Buchstaben; z.B. wird aus Mary wird Lory
3. Komplett erdachter Name
 
„Vertauschte Buchstaben“ steht hier sowohl für einzelne Zeichen, die einfach geändert werden (a wird zu u), als auch für Zeichen, die entweder ganz heraus genommen oder durch mehrere Buchstaben ersetzt werden (i wird zu en). Es ist auch möglich, einfach Buchstaben an den Namen zu hängen, um ein neues Wort zu kreieren (Anna – Arianna).
 
Beim Austausch von Buchstaben stehen dir alle Symbole deiner Tastatur zur Verfügung. Allerdings sei erwähnt, dass ~*# etc. und Zahlen sinnlos bei der Namensgebung sind. Das macht dann mehr den Eindruck von einem Online-Game. Aber das ist ja nicht das RPG, womit wir uns hier beschäftigen 😉
Darüber hinaus ist anzumerken, dass besonders komplett erdachte Namen und Namen mit é,ô, … eher in die Fantasy Sparte gehören! Außer du schaffst es, dir einen halbwegs ’normal‘ klingenden Namen selbst zu bauen. Dann verdienst du Respekt!
 

3. Nachnamen

Auch bei den Familiennamen lassen sich Bedeutungsnamen und Eigenkreationen erschaffen. Dabei gelten die gleichen Regeln, wie sie schon bei den Vornamen zu finden waren. Abgesehen davon gibt es noch ein paar andere Möglichkeiten, um an einen Nachnamen zu kommen. Je nach Zeitalter sind einige auch verbreiteter als andere.
 
• Der Nachname kann den Beruf beinhalten, z.B. Brewer/Brauer für einen Bierbrauer (wird besonders im Mittelaltersetting benötigt)
• Der Nachname kann das Aussehen des Charakters beschreiben, z.B. Braun (vielleicht die Haarfarbe) oder Lang
• Der Nachname kann Hinweis auf den Geburtsort geben (Name des Ortes oder Lage z.B. am Fluss), z.B. Flüsslein oder Berg
• Der Nachname kann Hinweis auf Adel beinhalten (meist mit von und zu im Deutschen)
• Seltener gibt es auch die Möglichkeit, den Vornamen des Vaters bzw. den der Mutter als Nachname zu wählen
 
Suchst du dir einen Nachnamen nach diesen fünf Punkten aus, werden sie direkt etwas über den Charakter aussagen. Denkst du dir einen eigenen Nachnamen aus, wird das nicht zwingend der Fall sein. Außer die Bedeutungen des Namens sind offensichtlich. Du solltest dir mittlerweile im Klaren darüber sein, wie dein Charakter auf andere Charaktere wirken wird und was er nach außen trägt. Ist er z.B. jemand, den man liest, wie ein Buch, dann könnte er einen direkten Nachnamen haben. Ist er eher geheimnisvoll, dann wäre ein erfundener oder sehr komplizierter Nachname passender.
Allerdings ist das keine Pflicht. Beim Nachnamen kannst du eigentlich tun und lassen, was du magst und wie es dir passt. Wenn dein Charakter nicht gerade adlig ist, stehen dir hier alle Möglichkeiten frei.

 

Schlusswort

Einen Charakternamen zu finden ist teilweise wie ein Würfelspiel. Beim ersten Mal würfeln wird ein vorhandener Buchstabe bestimmt und beim zweiten Mal der, der den Ersten ersetzt. Außer man denkt sich gleich eigene Namen aus.
 
Alles in Allem können wir nun stolz auf unsere Leistung sein. Charakter lebt, atmet vielleicht nicht, aber ist überlebensfähig. Und man kann ihn endlich ansprechen! Wenn das keine Meisterleistung ist! Jetzt wird er ins kalte Wasser geschubst und muss sich mit den Charas der Mitspieler herumärgern. Das wird bestimmt ein Spaß!
Also auf, auf zu neuen Abenteuern 🙂
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich

Zeigt her Euren Lebenslauf

Leben
 
Hallöchen, lieber User.
Mit diesem Beitrag bewegen wir uns auf das Finale des Projekts „Wie erstellt man einen RPG-tauglichen Charakter?“ zu. Heute wird besagter Charakter seine Vergangenheit verpasst bekommen. Wie ist er aufgewachsen? Was hat er bisher erlebt? Was hat er gelernt? Dies und vieles mehr wirst du hier finden. Schönes lesen 🙂
 

1. Hintergrund warum?

Vielleicht stellt sich dir genau diese Frage, wenn du liest, dass du dir auch noch eine Vergangenheit des Charakters ausdenken zu musst. Immerhin könnte man die Person bereits als fertig betiteln. Schreiben kann man auf Grundlage der bisher festgelegten Punkte auch. Also warum sich noch die Mühe machen und einen Lebenslauf erstellen?
 
Dafür gibt es viele Gründe. Hier ein paar davon:
• Mitspieler können sich besser in die beschriebene Person hinein versetzen.
• Wie der Charakter handelt, wird immer auch von seiner Vergangenheit beeinflusst.
• Bestimmte Charaktermerkmale/Vorlieben/… können dadurch erklärt werden.
• Du kannst als Schreiber z.B. auch Flashbacks aus seinem Leben in die Postings einbauen.
• Hintergrundgeschichten machen neugierig. Man will den Charakter so kennen lernen, wie er jetzt ist.
• In Vergangenheitsgeschichten sind wichtige Ereignisse im Leben der Person vermerkt. Man muss sich also nicht alles merken.
• usw.
 
Vieles dient also der Hilfe beim Posten oder beim Verstehen eines Posts zum betreffenden Charakter. Oder beim Verstehen, wie der Charakter geworden ist, wie er momentan dargestellt wird. Außerdem kann die Vergangenheit auch amüsant gestaltet werden, wenn der Charakter das zu lässt. Nicht, dass Spaß ein Anreiz für die Erstellung einer Hintergrundgeschichte ist. Wobei? Doch 🙂
 

2. Inhalt der Vergangenheitsbeschreibung

Generell kann man sich die Geschichte des Charakters wie eine Art Lebenslauf vorstellen. Man beginnt im (Klein-)Kindesalter und arbeitet sich anhand verschiedener Erlebnisse, Ereignisse, etc. durch das vergangene Leben der Person. Dann fügt man evtl. noch ein paar Ideale ein und schon hat man eine fertige Lebensgeschichte. Das klingt jetzt sehr einfach, ist aber etwas mehr Arbeit.
 
Im Folgenden werde ich keine Altersangaben machen. Ich verwende die Benennungen, wie ich sie bereits im ersten Projektteil definiert habe.
 
Kindheit
Jedes Leben beginnt mit der Geburt, dem Säuglings- und Kleinkindalter. Da sich eine Person jedoch selten an seine ersten Jahre erinnern kann, beginnt der Lebenslauf meist erst im Kindesalter. Generell sind hier die Familienverhältnisse zu klären. Also wie groß war die Familie? Wie bekannt/reicht (wenn es für den Charakter relevant ist)? Wurde der Charakter eher verhätschelt oder war er der Außenseiter? War er evtl. Waise? Adoptiert?
Darauf bauen sich dann grundlegende Dinge auf, die das Kind erlernt hat. Bei einer großen Familie könnte es z.B. gelernt haben, sich durchzusetzen oder einfach immer ruhig zu sein. Solche Verweise auf die Persönlichkeit des Charakters verhelfen wieder zum „Aha!“-Effekt und schon wirkt die Person nicht mehr so mysteriös.
Darüber hinaus kann man hier auch Kindheitsträume offen legen, sofern sie für den Charakter im „Jetzt“ noch wichtig sind.
 

Der Charakter entwickelt sich

Kindliche Ideale und Interessen verändern sich, der Charakter wächst heran. Genau das soll im weiteren Verlauf der Beschreibung deutlich werden. Du wirst nicht jedes Lebensjahr genau darstellen müssen. Es reicht, sich auf wichtige Veränderungen zu beschränken. Oder auf Gegebenheiten, die sich über lange Zeit hindurch gezogen haben. Allerdings sollte so viel wie möglich von dem auftauchen, durch das das Leben des Charakters beeinflusst wurde. Sowohl im positiven, als auch im negativen Sinn. Nicht jeder hatte eine heile Vergangenheit.
 
Es ist mir bewusst, dass es wie ein Widerspruch klingt. Zuerst nur das Nötigste und dann alles? „Das Nötigste“ bezieht sich in dem Fall eher darauf, dass der Lebenslauf nicht mit Sinnlosigkeiten gefüllt wird. „Alles“ dagegen auf die wichtigen Dinge, die den Charakter wirklich begleitet haben.
 

Prägende Erlebnisse/Ereignisse

In jedem Leben gibt es Ereignisse, die dem Charakter entweder so zusetzen, dass er sie nie wieder vergisst oder die ihn ‚zu einem besseren Wesen‘ machen. Es sind die Todesfälle geliebter Personen, gewalttätige Eltern/Freunde oder Kriege auf der negativen Seite. Dagegen halten die erste Liebe, Abschlüsse mit exzellenten Noten und die Herzlichkeit der Mutter die Waage. Diese Erfahrungen sind es, die ein Leben dauerhaft verändern. In wie weit, bleibt deine Entscheidung. Wichtig ist aber, dass es Erlebnisse sind, die den Charakter möglicherweise noch bis zum „Jetzt“ beschäftigen oder an die er sich immer wieder gern erinnert. Demnach dürfen es nicht zu viele sein. Zu viele würden sie ihren Wert verlieren und einfach nur zu der einfachen Charakterentwicklung degradiert werden.
 

Blick in die Zukunft

Dein Charakter hat noch immer große Träume? Oder Ziele, die er erreichen möchte? Will er einfach nur diese lästige Raucherei los werden?
Alles, was die Person in ihrem Leben noch erreichen will, gehört hier hinein. Zugegeben, diese Kategorie ist in VERGANGENHEITSbeschreibungen eher selten zu finden. Dennoch halte ich sie, je nach Charakter, für wichtig. Wenn es sich z.B. um eine Person handelt, die ihr ganzes Leben streng durchgeplant und alles daran ausgerichtet hat. Oder um jemanden, der sich schon lang mit seinen schlechten Angewohnheiten herum geplagt hat bzw. schon länger versucht, sie sich abzugewöhnen. Besonders für das zweite Beispiel bietet sich ein Blick in die Zukunft an. Der Charakter wird seine Versuche nicht plötzlich beenden, weil das RPG beginnt. Es ist eine Aufgabe, die ihn weiterhin verfolgen und die definitiv auch seine Postings beeinflussen wird. Also kann man seine Mitspieler doch schon dezent vorwarnen, oder? 🙂
 

3. Anpassung des restlichen Steckbriefs

Manchmal gibt es während der Formulierung der Geschichte Momente, in denen man sich denkt: „Das würde besser passen. Aber dann passt xyz nicht mehr.“ Oder einem fällt auf, dass Punkte im Steckbrief auf einmal überflüssig geworden sind, weil sie schon vorher relevant waren und damit ihren Platz in der Vergangenheitsbeschreibung gefunden haben.
Dies sind die Momente, in denen der restliche Steckbrief abgeändert werden muss. Wenn es dir als Ersteller negativ auffällt, KANN es nämlich gar nicht passen. Nicht nur deswegen, weil du mittlerweile den „großen“ Plan deines Charakters im Kopf (und idealerweise auch irgendwo niedergeschrieben) hast, sondern auch weil du diese Person später (be-)schreiben musst. Glaub mir. Du wirst solang keinen Post schreiben können, bis der Charakter, zumindest für dich, stimmig ist. Also lieber den leichten Weg gehen und ein paar Punkte ändern. Lass dich beim Ändern jedoch nicht von der scheinbaren Masse der zu ändernden Dinge abschrecken. Jeder Punkt in der Charaktererstellung bedingt einen anderen und meist sind es nur kleine Formulierungen, die sich ändern müssen.
 
Die Überarbeitung des Steckbriefs ist keine leichte Aufgabe. Sie ist genauso Arbeit, wie die Erstellung der Hintergrundgeschichte oder all der anderen Punkte, über die du dir vorher Gedanken gemacht hast. Demnach sollte sie nicht auf die leichte Schulter genommen werden! Lieber gönnst du dir zwischendrin eine längere Pause (~ einen Tag) und arbeitest dann mit freiem Kopf daran, als dass dir nach RPG-Beginn noch immer Fehler und Ungereimtheiten auffallen. Denn nach RPG-Start wird ein ständiges Ändern des Charakters irgendwann nur noch nervig. Für jeden.
 

Schlusswort

Nachdem die beiden Monsteraufgaben nun erledigt sind, kannst du dir auf die Schulter klopfen und sagen: „Ich habe es geschafft!“ Alles, was dein Charakter benötigt, ist nun in Stein gemeißelt. Er ist fertig. Okay, der Name fehlt noch. Aber das ist doch ein Klacks, im Vergleich zur bisherigen Arbeit!
Also: Herzlichen Glückwunsch zu deinem persönlichen RPG Charakter.
Schon einmal vorab 🙂
Und weil wir Mr. oder Mrs. Namenlos jetzt erst einmal zur Genüge würdigen wollen, machen wir an dieser Stelle Schluss mit dem Blogeintrag. Nicht, dass noch vorgegriffen wird.
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich

Man kann gar nicht alles mögen!

Vorlieben
 
Hallöchen, lieber User.
 
Ich begrüße dich recht herzlich zum bereits sechsten Teil der Projektreihe „Wie erstellt man einen RPG-tauglichen Charakter“. Heute wird es bei Weitem keinen so langen Text geben, wie sie bei den letzten Beiträgen zu finden waren. Das gibt das Thema Vorlieben und Abneigungen einfach nicht her. Aber bilde dir deine eigene Meinung lieber selbst.
 

1. Allgemein

Das, was der Charakter mag oder nicht mag, wird beeinflusst von allem, was bisher so über ihn festgelegt wurde. Hat er Wesenszüge, die ihm besonders gut gefallen? Hasst er seine Schwächen? Oder nutzt er sie gezielt, um das Umfeld von ihm fern zu halten? Gefällt ihm seine Arbeit oder hat er sie nur ausgesucht, um überhaupt irgendwie an Geld zu kommen? Wie sieht es mit den Beziehungen zu seiner Familie und seinen Freunden aus? Sind sie eher Mittel zum Zweck oder liebt er sie über alles? Das alles wird die Auswahl der Vorlieben und Abneigungen beeinflussen.
Aber nur beeinflussen!
Du wirst dich nicht nur auf die bisherigen Punkte versteifen müssen. Aber mehr dazu unten.
 

2. Vorlieben

Vorlieben lassen sich ganz einfach erklären: Alles, was der Charakter mag, kommt hier hinein.
Dabei ist es unwichtig, ob es Dinge sind, die es wirklich gibt oder ob es irgendetwas frei erfundenes ist. Vielleicht ein imaginärer Freund? Auch Erinnerungsstücke können hier zu finden sein. Oder Lieblingsfarben. Der Fantasie sind überhaupt keine Grenzen gesetzt. Selbst in RPGs ohne Fantasy-Anteil ist so ziemlich alles möglich. Der Charakter kann auch richtig schräge Vorlieben haben. Oder Fetische. Je merkwürdiger, desto lustiger. Aber das aller Beste ist immer noch die Tatsache, dass die Vorlieben auch komplett aus dem bisherigen Schema der Charaktererstellung heraus fallen können. Vielleicht hat ein Prominenter ja heimlich einen Briefmarkensammelwahn. Oder eine Ärztin eine Vorliebe für Wahrsagerei.
Dies ist so ziemlich die einzige Kategorie der Erstellung, die komplett gegensätzlich zum erdachten Charakter sein kann. Aber es sollte nicht übertrieben werden. Je mehr schräge Vorlieben die Person aufweist, desto merkwürdiger wird sie auf die Anderen wirken. Für jemanden, der sehr auf den Umgang mit anderen Charakteren bedacht ist, ein nicht unbedeutendes Hindernis. Sollte diese Schrägheit jedoch gewünscht sein, dann tob dich aus! Spätestens wenn der Charakter öffentlich ist, wird er für einige Überraschungen bei deinen Mitspielern sorgen.
 

3. Abneigungen

Wenn Vorlieben all jene Dinge sind, die der Charakter mag, dann sind Abneigungen natürlich das Gegenteil. Alles, was er nicht leiden kann, wird hier zu finden sein. Auch hier kannst du deiner Fantasie freien Lauf lassen. Bestimmt wird sich zwar die ein oder andere Abneigung z.B. gegen seine Schwächen finden lassen, doch das muss bei Weitem nicht überwiegen.
 
Wichtig ist darauf zu achten, dass der geplante Charakter nicht „alles“ hasst. Er kann vielleicht Fußball nicht ausstehen. Doch das heißt nicht, dass er generell gegen Sport ist. Eine Person, die alles hasst, ist nämlich wie ein Charakter, der ‚perfekt‘ und ohne Schwächen ist: Schwer in das RPG einzubinden. Es wird einfach schwieriger, mit solchen Charakteren zu interagieren und besonders in größeren RPGs würden sich die Personen irgendwann einfach andere Charaktere zum gemeinsamen Schreiben suchen. Außerdem ist es sehr schwer, einen solchen Charakter stets so zu schreiben, dass er einfach nichts mag. Er hätte dann doch auch keinen Antrieb, irgendetwas zu tun, oder?
Jetzt wird mir sicher vorgeworfen, dass die typischen Bösewichte auch immer gegen alles sind. Da widerspreche ich vehement. Meist ist diesen Bösewichten in der Vergangenheit etwas so drastisches passiert (z.B. die Familie wurde vor deren Augen getötet), dass sie einen Hass auf eine größere Gruppe von Wesen entwickelt haben. Allerdings lassen sich auch bei diesen Charakteren irgendwelche Vorlieben finden. Sei es nur, dass ihnen plötzlich ausgiebige Folter gefällt. Aus unserer Sicht wäre das negativ behaftet, aber hier gilt es, sich in den Charakter hinein zu versetzen. Dann wäre Folter doch eine Nachvollziehbare Vorliebe, nicht wahr?
 

Schlusswort

Die Auswahl an Vorlieben und Abneigungen ist einer der intensiveren Teile in der Charaktererstellung. Einfach aus dem Grund, weil man sich sehr in den Charakter hinein versetzen muss, um seine Reaktionen und damit seine Vorlieben und Abneigungen abschätzen zu können. Doch auch amüsante Seiten lassen sich, besonders bei den Vorlieben, finden. Es gibt hier so gut wie keine Regeln und man kann die schrägsten Kombinationen ausprobieren. Dennoch sollte man stets im Hinterkopf behalten, wie der Charakter auf Andere wirken könnte, wenn diese Merkwürdigkeiten ans Licht kommen. Sollten Reaktionen geplant sein, die den Charakter vielleicht in Schwierigkeiten bringen könnten, dann kann man sich hier austoben. Wenn nicht, dann lieber Dinge wählen, die nicht so negativ auffallen könnten.
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich

Schwächling oder kein Schwächling? Das ist hier die Frage

Fähigkeiten
 
Hallöchen, werter User. 
 
Schön, dass ich dich in der goldenen Mitte des Projekts „Wie erstellt man einen RPG-tauglichen Charakter?“ begrüßen darf. Heute gibt es ein paar Tipps zu Stärken und Schwächen, sowie Grundlagen zu den diversen Fähigkeitsbereichen zu erlesen. Viel Spaß!
 

1. Stärken/Schwächen

Zum Thema Stärken/Schwächen bei der Charaktererstellung habe ich bereits beim Thema „Persönlichkeit“ einige Worte verlauten lassen. Es ist wichtig, einen Charakter auszubalancieren. Also dass er von Beidem etwas hat. Das lässt ihn nicht nur lebensechter wirken und seine Glaubwürdigkeit verstärken, es wird ihn auch einfacher zu schreiben machen. Eine Person ohne Schwächen hat nämlich von vorn herein die riesige Schwäche, dass sie und ihr Schreiber der Meinung sind, keine Schwäche zu haben. Der Charakter müsste also stets so geschrieben werden, dass er von allen Anderen als perfekt angesehen wird und das ist nicht nur unmöglich, das wird auf Dauer auch ziemlich nervig.
Also lieber doch ein paar Schwächen zusammen suchen 😉 Spart Ärger und Arbeit.
 
Generell gilt hier: Weniger ist mehr. Such dir maximal eine handvoll Stärken aus, nochmal ein paar Schwächen und belasse es dabei. Nicht, dass du noch den Überblick verlierst 😉
 
Können
In diese Kategorie fällt alles, was der Charakter in irgendeiner Weise sehr gut kann oder gar nicht beherrscht. Man könnte die Stärken/Schwächen im Bereich des Könnens theoretisch auch unter die Fähigkeiten mischen, aber zwischen wirklichem Gut-Können bzw. Gar nicht können und einfachem Können bzw. vielleicht nur etwas können liegt ein Unterschied. Deswegen gibt es diese Trennung. Einfach um zu sehen, worin der Charakter super ist und worin halt nicht.
 
In diese Kategorie gehören auch Stärken/Schwächen im Umgang mit anderen Charakteren, sofern das nicht schon als Charaktermerkmal festgelegt wurde.
 
Materielles
Hier gehören all diejenigen Dinge hinein, die der Charakter nutzen (z.B. reich = viel Geld) bzw. die er nicht nutzen kann (z.B. arm = zu wenig Geld). Dinge wären hier z.B. Geld bzw. Wertgegenstände allgemein, Ausrüstung, Transportmittel, etc. Auch hier gilt, dass es sich um Gegenstände handeln muss, die sein Leben stark beeinflussen. Lebensmittel wird man hier kaum aufzählen, genauso wenig wie den Kleiderschrank des betreffenden Charakters.
 
„Falsche“ Schwächen
Oft liest man Sätze, wie „XY hat eine Schwäche für Katzen“. Dies ist mehr eine Redensart, als eine Schwäche. Schwächen beschreiben nur Dinge, die der Charakter nicht kann. Also müssten es zumindest Dinge sein, die der Charakter tun könnte oder mit denen der Charakter etwas tun könnte.
– Aber mit einer Katze kann man doch XYZ tun! –
Richtig. Man kann damit etwas tun. Aber was kann der Charakter denn mit der Katze tun? Wenn man so darüber nachdenkt, würde „hat eine Schwäche für Katzen“ in jedem Fall eher „kann nicht widerstehen Katzen, z.B. zu kraulen“ bedeuten.  Damit wäre die Schwäche geklärt. Der Charakter muss Katzen immer kraulen, sobald er sie sieht.
– Ist doch das Gleiche! –
Nein. Einfach aus dem Grund, weil sich unter der ersten Formulierung jeder etwas anderes vorstellt. Da gilt auch das Argument nicht, dass er halt einfach gegen alles, was man mit Katzen tun kann, schwach ist. Denn was bedeutet denn alles? Beschreibe doch lieber direkt, woran der Charakter scheitert, als dich hinter solchen Floskeln zu verstecken.

 

2. Fähigkeiten

Unter Fähigkeiten fällt, wie bereits erwähnt alles, was der Charakter in irgendeiner Form beherrscht. Hier ist es nicht wichtig, Schwächen hinein zu schreiben. Eher im Gegenteil: Schwächen wären sogar sinnlos, da eine Fähigkeit ja etwas positives ausdrückt. Eine Person muss nicht zu jeder Kategorie etwas beherrschen. Wichtig ist hier, dass die Fähigkeiten zu dem Charakter passen und die bisherigen Entwicklungsschritte bei der Auswahl berücksichtigt werden. Also: Geschlecht, Alter, Rasse, Beruf, Charakter. Ach und dass die Berufsfähigkeiten eingetragen werden. Des Weiteren werden hier nur Fähigkeiten eingetragen, die in irgendeiner Weise von den Vorgaben der Rasse abweichen. Außer die Fähigkeiten sind bewusst ‚unauffällig‘ gewählt. In dem Fall schadet es nicht, dies zu vermerken. „Charaker D hat im Bereich … die üblichen bzw. durchschnittlichen Fähigkeiten seiner Rasse.“ Oder so in der Art.
 
Es folgen die unterschiedlichen Kategorien, in die Fähigkeiten eingeordnet werden können. Natürlich kann man sie anders nennen und erweitern/aufteilen/verkürzen.
 
Physisch (körperlich) – „Körperliches Können“
Zum körperlichen Können gehört alles, das mit Stärke, Geschick, Ausdauer und Zähigkeit zusammen hängt. Es geht hierbei um Fähigkeiten, die rein dem Körper entspringen. Also nichts, wobei man denken muss oder andere Voraussetzungen, als den eigenen Körper, benötigt.
• Stärke: Kraft des Charakters
• Geschick: Fingerspitzengefühl, Beweglichkeit, Wendigkeit, Schnelligkeit
• Ausdauer: Wie lang kann der Charakter bei einer Sache bleiben, am Stück Laufen/Rennen, …
• Zähigkeit: Wie standfest ist der Charakter? Steckt er Schläge z.B. eher lässig weg oder fällt er direkt um.
 
Psychisch (geistig/intellektuell) – „Wissen & Anwenden“
Im Vergleich zu den körperlichen Fähigkeiten, geht es hier um das Wissen des Charakters. Dabei muss er mit dem Wissen nicht zwingend etwas tun können. Natürlich nutzt in den wenigsten Fällen ein Wissen, das nicht gebraucht wird. Das würde nach einer Weile sowieso wieder vergessen werden. Außer der Charakter hat daran so viel Interesse, dass er es immer und immer wieder wiederholt. Nehmen wir als Beispiel Latein. Nur die, die es wirklich interessiert (bzw. Mediziner und Biologen), geben sich länger, als die geforderten Schuljahre über, damit ab. Bei allen anderen verblasst die Erinnerung daran und verschwindet irgendwann ganz. Dies muss berücksichtigt werden, wenn der Charakter über ‚ungebrauchtes‘ Wissen verfügt.
 
Für alles andere gilt: Je mehr Wissen über etwas vorhanden ist, desto länger hat es gedauert, es zu erlernen. Das bedeutet, dass der Charakter eventuell wieder im Alter angepasst werden muss, sollte er über mehrere tiefgreifende Wissensgebiete verfügen.
 
Hier ein paar Beispiele für Fähigkeiten im Bereich des Wissens und Anwendens:
Sprachen, Wissen über den Umgang mit Rassenmitgliedern verschiedener Schichten, Wissen über Gepflogenheiten anderer Rassen/Kulturen, Spezialisierungen, Wissen über verschiedenste Dinge im Allgemeinen (z.B. alles über einen Verein wissen oder über verschiedene Pflanzen/Tiere)
 
Künstlerisch/Musisch/Technisch/… – „Handwerk“
Nun steht das Ausleben der kreativen Ader und des handwerklichen Geschicks im Mittelpunkt. Jede Fähigkeit, die etwas damit zu tun hat, Dinge zu erschaffen, fällt in die handwerkliche Kategorie. Sei es nun die Fähigkeit zu Komponieren, Gedichte zu verfassen, zu zeichnen, Roboter zu bauen oder jede nur erdenkliche Figur aus Holz zu formen. Das ist nur eine kleine Auswahl der riesen Kategorie der handwerklichen Fähigkeiten.
 
Waffenkunde
Soll der Charakter Fähigkeiten im Nahkampf oder/und im Fernkampf haben? Dann bist du in dieser Sparte richtig. Solang nicht mit Fäusten gekämpft wird (das würde in die Stärke Kategorie und damit zu den körperlichen Fähigkeiten gehören), kommt alles hier rein. Egal ob Fähigkeiten mit Dolchen, Schwertern, Pistolen oder anderen Waffen. Schreib noch dazu, wie gut der Charakter den Umgang mit der Waffe beherrscht, dann bist du hier fertig. Sollten Fähigkeiten mit mehreren Waffen vorhanden sein, gibt es meist eine ‚Hauptwaffe‘, die hauptsächlich genutzt wird und mit der der Charakter besser umgehen kann.
 
Magie
Sollte dein Charakter über magische Fähigkeiten verfügen (NUR RPGs mit Fantasy!), werden sie hier notiert. Über welche Magie gebietet er? In welchem Ausmaß beherrscht er die Magie? Kann er sie kontrollieren? Was können seine Zauber bewirken? Wie offen lebt er seine magische Seite aus? Wenn du diese Fragen beantwortet hast, ist der Bedarf an magischen Erklärungen gedeckt. Allerdings musst du bei der Beantwortung auf die Regeln des RPGs achten! In jedem RPG gibt es andere Magieformen, andere Gesetze der Magie, andere Arten, wie Magie gewirkt wird.
 
Sonstiges
Alles, was in die anderen Themen nicht hinein gepasst hat, findet hier seinen Platz. Es sei denn, diese Sparte würde mit sehr vielen Fähigkeiten gefüllt werden. Sollte dies der Fall sein, müsste zumindest versucht werden, weitere Kategorien zu schaffen. Gibt es Ähnlichkeiten? Überthemen? Können notfalls auch mehrere Fähigkeiten zusammen gefasst werden? Diese Fragen helfen bei der Ordnung von sonstigen Fähigkeiten.
 

3. Schlusswort

Ich weiß, dass ich mich wiederhole, wenn ich schreibe, dass alles zusammen passen muss. Die Fähigkeiten müssen mit allen bisher festgelegten Punkten im Einklang sein. Sollten sich aufgrund der Fähigkeiten z.B. Charakterzüge ändern müssen, dann sollten sie geändert werden. Mir ist wohl bewusst, dass man sich schwer vorstellen kann, was zusammen passt und was nicht, wenn man nicht schon ein wenig Erfahrung hat. Deswegen: Keine Scheu haben und andere Leute nach ihrer Meinung zum Charakter fragen, wenn man sich unsicher ist.
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich

Auf die inneren Werte kommt es an!

Eigenschaften
 
Hallöchen, lieber User.
 
Willkommen beim vierten Teil der Reihe „Wie erstelle ich einen RPG-tauglichen Charakter?“. Heute geht es um eines der wichtigsten Themen bei der Charaktererstellung. Nämlich der Frage, wie sich der Charakter verhält und wie er auf andere wirkt. Kurzum: Es geht um das Wesen des Charakters bzw. um dessen Persönlichkeit. Das klingt jetzt bestimmt total abgehoben und schwer, aber das muss es nicht sein. Eigentlich ist das sogar ganz einfach. Aber lies einfach weiter.
 

1. „Wahre“ und „Falsche“ Charaktereigenschaften

Wenn man sich die Persönlichkeit des angestrebten Charakters überlegt, kommt immer die Frage nach dem „Wie ist der Charakter?“ auf. Allerdings ist diese sehr schwammig und verleitet dazu, sich Eigenschaften auszusuchen, die in der Wesensbeschreibung rein gar nichts verloren haben. Diese nenne ich gern „falsche Merkmale“. Besser sind die Fragen „Wie verhält sich der Charakter im Umgang mit sich/mit anderen/mit Gegenständen/mit verschiedenen Situationen? Wie wird er von anderen wahrgenommen?“. Sie spiegeln das Wesen viel besser wider und verhindern unechte Charaktereigenschaften von vorn herein. 
 
Vor einer Aufzählung von wahren und falschen Eigenschaften noch ein kleines Beispiel zu diesem Thema: Nehmen wir an, der Charakter ist ein reicher Schnösel, der mit Geld nur so um sich wirft. Nahe liegend wäre, „Er ist reich“ in seine Charakterbeschreibung einzufügen. Allerdings sagt das weder etwas über sein Verhalten mit dem Geld aus, noch darüber, wie er von Anderen, des Geldes wegen, gesehen wird. Damit entspricht „Er ist reich“ einem falschen Wesensmerkmal. Entsprechende „wahre“ Eigenschaften könnten lauten: „Er ist sehr verschwenderisch und achtet nicht auf sein Geld.“, „Er kauft sich alles, was er bekommen kann.“, „Er ist eine Anlaufstelle für die Geldsorgen seiner Freunde.“ usw. Man kann sich nun viel besser vorstellen, wie sich der Charakter im Umgang mit Geld verhält und genau das ist der Sinn der wahren Eigenschaften. Sowohl du, als Charakterersteller, als auch der/die Mitspieler haben direkt ein Bild von dieser Person vor Augen.
Außerdem kann man den Charakter mit echten Verhaltensweisen viel lebensechter darstellen. Das erleichtert später sowohl das Schreiben, als auch die Berechenbarkeit des Charakters.
 
Hier nun ein paar wahre und falsche Charaktereigenschaften. Die Liste ist weit ab jeglicher Vollständigkeit und dient lediglich dazu, Beispiele aufzuzeigen, um das Thema verständlicher zu machen! Solltest du noch Merkmale kennen, die hier unbedingt hin gehören, darfst du sie mir gern verraten 😉
 

2. Charakterstärken und Charakterschwächen

Das A und O einer Charaktererstellung sind Schwächen der zu erstellenden Person. Manche wollen diese direkt ausgewiesen haben, damit man unter allen Umständen sieht, dass der Charakter keine verabscheuungswürdige Mary Sue oder ein Garry Stu ist. Ich persönlich halte das jedoch für unnötig. Warum? Weil es bei den Wesenszügen und den Fähigkeiten Benennungen gibt, die einen Nachteil für die Person bedeuten. Natürlich ist es einfacher, nach den Schwächen im Steckbrief zu suchen, wenn diese explizit ausgewiesen sind. Aber diese Vorgehensweise hat bei der Erstellung etwas chaotisches. Immerhin müsste man in der Rubrik „Schwächen“ Charakterschwächen, Fähigkeitsschwächen und sonstige Schwächen reinschreiben. Warum nicht also gleich in die dazugehörige Kategorie einbauen? 
 
Lange Rede, kurzer Sinn: Zu jedem Charakterzug, den eine Person haben kann, könnte sie theoretisch auch eine Charakterschwäche ihr eigenen nennen. Das bedeutet, dass es für jede Stärke auch eine Persönlichkeitsschwäche geben kann. Es muss bei der Auswahl an Eigenschaften kein 1:1 Verhältnis von ‚gut und schlecht‘ vorhanden sein, aber wenn man pro 2 positiven Eigenschaften eine hinderliche auswählt, ist man auf einem guten Weg. 
 
Auch hier ein Beispiel zur Verdeutlichung. Da es etwas komplexer ist, sind die Schwächen eingefärbt. Charakterstärken werden unterstrichen. 
Die verschwenderische Person aus Punkt 1 kauft sich bekanntlich alles, was sie bekommen kann. Leider ist es ihr nicht möglich, zwischen sinnvollen und nicht sinnvollen Beschaffungen zu unterscheiden. Doch da die Person weiß, dass es für solche Probleme z.B. Finanzberater gibt, hat sie einen solchen angestellt. Was natürlich nicht heißen muss, dass der Reiche auf den Rat des Angestellten hört. Seine rational denkende Seite mahnt ihn dazu. Allerdings hat er sein Verschwendertum zu lang vollzogen, als dass er von jetzt auf gleich alles ändern könnte.
In dem Beispiel haben wir nun die Charakterschwächen „Verschwenderische Person“ und „Ihr ist es nicht möglich, zwischen sinnvoll und nicht sinnvoll zu unterscheiden“. Die positiven Gegencharakterzüge könnten „Die Person hat eine gute Allgemeinbildung“ und „Sie sieht die Welt eher durch die Augen eines Realisten“ lauten. Man könnte diese Eigenschaften auch anders formulieren oder mehr darauf eingehen, dass die Person fast schon süchtig nach dem Geldausgeben ist. Je nachdem, wie man sich den Charakter eben vorstellt. 
 

3. Widersprüchliche Charaktermerkmale

Man muss bei der Auswahl der Charaktermerkmale normalerweise beachten, dass alle Punkte zu einander passen. Unstimmigkeiten und Widersprüchlichkeiten sind damit ausgeschlossen, oder? Teilweise. Unstimmigkeiten bzw. Merkmale, die auf Biegen und brechen nicht zusammen passen wollen, sind natürlich auszubessern. Allerdings gilt das nicht immer für Widersprüche. Wie sonst entstehen Charaktere, die kein Problem damit haben, vor tausenden aufzutreten, aber sich in privater Umgebung von den Anderen abschotten? Oder Personen, die auf Lob und Anerkennung hin arbeiten, denen diese Anerkennung dann jedoch zu unangenehm ist? Leute, die sich bei anderen denken „warum sagt der nie nein?!“ und selbst niemals nein sagen würden? Klar, könnte man hier mit hochpsychologischen Erklärungen antworten, aber das wäre doch witzlos. Fakt ist, dass es widersprüchliche Charaktere gibt und nicht alle Ecken ausgebügelt werden müssen. Die Merkmale sollten sich nur nicht zu stark gegeneinander sträuben.
 

4. Praktisch

Zuerst nimmt man sich die Charaktereigenschaften her, die die Person berufsbedingt benötigt. Dann fragt man sich, ob diese Charaktereigenschaften ein gegenteiliges Merkmal (also bei Stärken eine Schwäche oder anders herum) bei der Person hervor rufen. Wenn sie z.B. unter Druck sehr panisch wird, helfen ihr die sonst so ruhigen Finger kaum noch. Jetzt wird Aussehen, Geschlecht, Alter und Rasse betrachtet und nach passenden Persönlichkeitsmerkmalen gesucht. Auch hier stets unter dem Aspekt, dass man Gegenmerkmale findet. Soll der Charakter widersprüchlich angehaucht sein, dann müssen auch die Eigenschaften, die dazu führen, festgehalten werden.
Dann wird erst einmal Pause gemacht und sich mit anderen Dingen beschäftigt 😉
Nach der Pause eine Kontrolle, ob die Merkmale zusammen passen oder irgendetwas aus dem Rahmen fällt. Umformulieren, abnicken und sich freuen! Denn sobald die Eigenschaften fixiert sind, hast du schon ein sehr schönes Bild von deinem Charakter. Ab jetzt kommt nur noch der Feinschliff.
 
Und mit diesem Feinschliff wird es dann beim nächsten Thema „Vorlieben und Abneigungen“ beginnen.
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich

Schwimmst du in Geld?

Beruf
 
Hallöchen, lieber User.
 
Willkommen zum dritten Teil meiner Projektreihe „Wie erstellt man einen RPG-tauglichen Charakter?“. Heute wird es um die Berufswahl des Charakters gehen. Es wird auch einen kleinen Ausflug in die Regeln der Gesellschaftsstände geben. Viel Spaß beim Lesen 😉
Ach ja: Es wird ab hier keine künstliche Aufteilung mehr in ECs und bestehende Charaktere geben. Sollte mir an einer Stelle ein gravierender Unterschied auffallen, so wird das auch so da stehen. Es ist einfach schade, wenn grundlegende Punkte nur von einer Seite gelesen werden, obwohl sie für die andere auch interessant wäre.
Berufe
 
Keine Angst, du wirst hier keine stumpfe Auflistung diverser Berufe finden. Denn wie bei den Rassen gilt, dass man aus so ziemlich jedem Hobby oder jeder Aktivität einen Beruf machen kann. Damit wird es schier unmöglich, jeden einzelnen Beruf zu notieren. Wenn man dann noch verschiedene Epochen einbeziehen möchte, wird das Chaos komplett. Nein. Hier wirst du ein paar Hinweise finden, welche Anforderungen Berufe an einen Charakter stellen können und womit du ihn nach der Wahl seiner Berufung belohnen oder bestrafen kannst. Bestrafen ist vielleicht ein etwas hartes Wort dafür. Wie wäre es mit „Wie du ihn an seine Grenzen bringen kannst“? Klingt doch schon besser, oder? Darüber hinaus gibt es auch hier das ein oder Andere zu beachten. Aber genug geredet, los geht es!
 

Klasse

Hiermit ist nicht die Klasse im Sinne von „Schulklasse“ gemeint. Klasse beschreibt hier schlicht ein anderes Wort für Beruf. Also einer Gruppe von Leuten, die der selben Tätigkeit nachgehen. Da man diese Tätigkeiten selten festlegt, spricht man von diversen Klassen.
 

Epoche

Steht man vor der Wahl eines Berufs, muss man erst einmal über die Epoche, in der das RPG spielt, bescheid wissen. Am Einfachsten ist dabei natürlich die heutige Zeit. Man hat ein gewisses Bild von diversen Berufen und kennt sich auch gut mit der derzeit genutzten Technik aus. Doch reisen wir ein paar hundert Jahre zurück, gibt es keine Elektronik, vielleicht gerade so das Rad und die Berufe nannte man zu dieser Zeit auch anders. Das Spiel kann man auch mit der Renaissance oder anderen vergangenen Epochen machen. Jetzt gibt es aber auch noch RPGs, die gern einmal in der Zukunft spielen. Sei es End-Zeit (meist nach einer gravierenden Katastrophe oder kurz davor) oder das High-Tech-Zeitalter mit einem ‚ganz normalen Leben‘ im Weltall.
Aufgrund dieser Vielfalt an verschiedenen Epochen ist es nun wichtig, einen Beruf zu finden, der zumindest den Anschein erweckt, in das RPG zu passen. Ich gebe es zu. Man verwendet nicht immer zu 100% die Berufsbegriffe, die es wirklich einmal gab. Allerdings wird es dir niemand abkaufen, wenn du einen Steinzeitmenschen in das Technik Zeitalter verfrachten willst. (Schlechter Vergleich, tut mir Leid.) Es gibt natürlich auch Hintergrundgeschichten, die solche Ausnahmen zulassen. Aber verwende einen solchen Berufsmix nur, wenn es im RPG zugelassen ist! Und dann auch nur, wenn du diese spezielle Rolle wirklich inne haben wirst! Es ist immer wieder schade, Charaktere ablehnen zu müssen, weil der Ersteller nicht auf diese Kleinigkeit achtet.
 

Geschlecht

Wie bereits im ersten Projekt-Beitrag geschildert, hat das Geschlecht einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Beruf. Heutzutage ist es immer stärker gewünscht, dass Frauen in „Männerberufen“ und Männer in „Frauenberufen“ arbeiten. Allerdings war das lange Zeit nicht so. Die Frau war für Haushalt, Kinder, Großeltern, Mägde und Knechte zuständig, während der Mann die Feldarbeit verrichtete. Oder dem Militär zur Verfügung stand, Ritter war oder König. Und so weiter. Frauen war der Bildungsweg verschlossen, somit waren die Männer die Gebildeten und Führungskräfte. Frauen hatten sich unterzuordnen.
Glücklicherweise hält sich selten ein RPG an diese radikalen Vorgaben der Vergangenheit*. Allerdings müssen hier meist überzeugende Begründungen dafür her, warum denn nun eine Leitungsposition von einer Frau bekleidet wird. Eine Möglichkeit besteht darin, das Alter dementsprechend zu erhöhen. Es wird davon ausgegangen, dass eine Frau das Gleiche erlernen kann, wie ein Mann, wenn sie dafür mehr Zeit beansprucht (späterer Bildungseinstieg, längere Ausbildungszeit, …). Mögliche Beziehungen, spezielle Fähigkeiten, … können ebenso dafür sprechen. Aber das ist ein anderes Thema.
 
* Ich kann hier nur von RPGs sprechen, die ich miterlebt habe. Falls du andere Erfahrungen damit gemacht hast, würde es mich freuen, davon zu erfahren.
 

Ansehen

Wenn man schon von Frauen in vergangenen Männerberufen spricht, darf man natürlich das Ansehen nicht vergessen. Sowohl das Ansehen des Berufs an sich, als auch das Ansehen der Person, die sie ausübt. Ansehen wird dabei als ‚wie wird diese Person/dieser Beruf von der Gesellschaft akzeptiert/abgelehnt‘ beschrieben.
 
So wird eine Frau, die eigentlich gar keine Führungsposition inne haben dürfte (weil die Epoche das nicht erlaubt), so ihre Schwierigkeiten haben, in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Auch dürfte sie mit denen, die sie führt, einige Auseinandersetzungen haben/gehabt haben, bevor sie als Führung anerkannt wird. Sie wird sich ihren Status erkämpfen müssen und immer dafür kämpfen müssen, nicht von einem Mann vertrieben zu werden.
Kleines Beispiel am Rande, weil es so gut zu der Frau-Mann-Thematik passt 😉
 
Generell lässt sich sagen, dass ein Beruf auch heute noch mehr Ansehen inne hat, je mehr damit verdient wird. Das bedeutet, dass höhere Vergütung eine erhöhte Chance bietet, akzeptiert zu werden. Ausnahmen bilden hier z.B. Prostitution, Dealerei, Geldwäsche, … Auch solche geächteten Berufe lassen sich in allen Epochen finden. Das Ansehen wirkt sich besonders auf den Stand in der Gesellschaft aus. Das folgt aber später.

 

Fähigkeiten/Fertigkeiten im Bezug auf den Beruf

Ein Beruf fordert, ein Beruf gibt.
Unter dem Motto verbirgt sich die Tatsache, dass dein Charakter gewisse Eigenschaften mitbringen muss, um einen Beruf erlernen und ausüben zu können. Natürlich sind hier nicht 1 zu 1 die originalen Anforderungen zu übernehmen, wie sie im echten Leben existieren oder existiert haben. Man kann sich ein/zwei Eigenschaften/Fähigkeiten/Stärken heraus picken, die sich positiv auf den Beruf auswirken.
Warum schreibe ich das hier und nicht bei den nächsten Teilen der Charaktererstellung? Ganz einfach. Wenn du dich für einen Beruf entscheidest, wirst du dir automatisch Gedanken darüber machen, wie sich dieser auf deinen Charakter auswirkt. Vielleicht schreibst du die Ideen schon nieder oder behältst sie im Kopf. Ganz egal. Wichtig ist nur, dass du sie nicht vergisst!
Das Gleiche gilt für Talente, die dein Charakter durch seine Ausbildung erlernt. Ein/Zwei aussuchen und merken. Wird noch wichtig 🙂
 

[Kurzer Exkurs: Stand in der Gesellschaft]

Heutzutage wird man nicht mehr so stark danach bemessen, wie hoch der Stand in der Gesellschaft ist. Es sei denn du bist Politiker, Regierungschef, Diktator, Milliardär, Promi, … Otto Normalbürger bleibt davon eigentlich recht unbehelligt. Allerdings gab und gibt es wohl noch Systeme, in denen Menschen nach unterschiedlichen Kriterien eingeteilt wurden und werden. Da ich den Vergleich zum 3. Reich hasse, führe ich lieber ein mittelalterlich geprägtes Gesellschaftsbild aus. Ich garantiere nicht, dass dies wirklich so gehandhabt wurde. Allerdings wird es in RPGs immer wieder genutzt. Und ja, es wird etwas Fantasy-lastig 😉
 
Jedes Wesen, das in einem Königreich lebt, hat einen Stand in der Gesellschaft inne, der abhängt von
• seiner Herkunft.
• seinen Vorfahren und deren Taten.
• Ruhm, Ehre & Ansehen durch seine eigenen Taten inklusive Erhebungen in höhere Ränge.
• Einkommen seiner Familie und der Person selbst.
• diversen anderen Faktoren (unterschiedlich), wie Rasse, Geschlecht, Magiefähigkeit, …
Je nachdem, wie gut oder schlecht diese Merkmale bei dem Wesen ausfallen, hat er einen besseren oder schlechteren Ruf und bekleidet damit meist automatisch einen höheren oder niedrigeren gesellschaftlichen Rang.
 
Sehr grob herunter gebrochen, könnte man eine Gesellschaft daraufhin in aufsteigender Reihenfolge in
• Geächtete/Verstoßene/Verbannte (Alle, die nicht mehr im Reich leben dürfen)
• Geduldete Außenseiter (meine Kreation) (Alle, die gerade noch so im Reich leben dürfen, Invalide)
• Unterschicht (Leibeigene, Sklaven, Diener, … – Niedere, unwürdige Tätigkeiten)
• Mittelschicht (Alle mit fester Anstellung & ehrbarem Beruf, die sich selbst versorgen können)
• Oberschicht (Alle, die mehr als Mittelschichtler verdienen, davon allerdings nicht reich werden und keine nennenswerten Beziehungen zum Adel haben)
• Adel (Reiche Leute, meist über Generationen hinweg adlig gewesen; auch Wesen, die durch ihre Taten in den Adelsstand erhoben worden – das ist allerdings selten)
• Hochadel (König & Königsfamilie)
unterteilen. Mitglieder der höheren Schichten halten sich meist für „etwas besseres“ und lassen das gern heraus hängen. Niedere Schichten rebellieren dagegen und bekämpfen diese (z.B. durch Bestehlen, Morden, Verrat …).
Den Stand in der Gesellschaft wirst du nur für RPGs mit eben solchen Schichten benötigen. Alternativ in Mittelalter-RPGs. Das Thema wurde bei den Berufen vermerkt, da der Beruf und das Ansehen immer zu einem sehr großen Teil den Stand widerspiegeln. Natürlich kann die Familiengeschichte den Rang noch einmal durcheinander werfen. Aber abgesehen davon, bleibt dieser recht beständig.
Heute gibt es auch keine großen Worte des Abschieds, da bereits alles gesagt wurde 🙂
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich

Du hast ja Flügel!

Rasse
 
Hallöchen, lieber User.
 
Willkommen zum zweiten Beitrag des Projekts „Wie erstelle ich einen RPG-tauglichen Charakter?“. Heute werden wir uns mit der Rasse eines Charakters beschäftigen. Dieser Beitrag wird definitiv nicht so tiefgründig werden, wie der Erste. Es gibt nämlich so viele Rassen, wie Sterne am Himmel. Da sind Fiktive noch gar nicht eingeschlossen. Außerdem werden diverse Rassen meist nur in Fantasy-/bzw. phantastisch angehauchten RPGs genutzt. Also werde ich hier nur grob auf das Thema eingehen. Des Weiteren wird es keine Unterteilung in vorgefertigte Charaktere und ECs geben. Einfach weil ich der Meinung bin, dass die folgenden Punkte für beide Arten an Charakteren gelten.
Aber starten wir endlich mal.

 

Was bedeutet denn „Rasse“?

Mit Rasse verbindet man typischerweise Herkunft, Ethik, Hautfarbe. Allerdings sind das nur kleine Bruchstücke der RPG’schen Rasse. Es geht viel mehr um eine Art eigene Lebensform, die mehr oder weniger menschenähnliche Züge aufweist. Dabei müssen diese Ähnlichkeiten zum Menschen nicht zwingend körperlicher Natur sein. Die Fähigkeit zu sprechen oder Verhaltensweisen, die mit menschlichem Verhalten verglichen werden können, deuten ebenso auf Menschenähnlichkeit hin. Generell besitzt jede Rasse mindestens ein menschenähnliches Merkmal. Meist genutzt ist hier die Sprache.
 
Innerhalb einer Rasse gibt es festgelegte Merkmale, die für alle Mitglieder gelten. Nehmen wir mal das verbreitete Bild der Zwerge: Alle Zwerge sind weitaus kleiner als Menschen. Dafür sind sogar Zwerginnen meist kräftiger.  Diese Punkte bestimmen in diesem Beispiel also die komplette Zwergenrasse. Natürlich gibt es auch innerhalb der Rasse verschiedene Größen und Stärken. Allerdings wird ein solch reinrassiger Zwerg nie auch nur in die Nähe einer menschlichen Größe kommen.
Als generelle Ausnahmen könnte man Halblinge/Mischlinge/Halb-…/oder wie auch immer man Wesen mit Eltern verschiedener Rassen nennen möchte, sehen. Hier ist darauf zu achten, dass die Merkmale beider Elternrassen auf den Charakter einwirken. Allerdings kann man sich hier im Normalfall dazu entscheiden, welche stärker und welche schwächer ausgeprägt sind.
 

Wie kommt mein Charakter nun zu seiner Rasse?

DAS ist die Frage, die jeder RPGler kennt und die gar nicht so leicht zu beantworten ist. Dafür ist die Fülle an vorhandenen Rassen zu unübersichtlich. Es liegt also an jedem Einzelnen, verschiedene Punkte abzuwägen und falls ihm einfach nichts zusagt, eine eigene Rasse zu definieren.
 
Die erste Frage ist wohl immer, ob nicht auch ein Mensch für diesen Charakter reichen würde. Menschen sind in Fantasy RPGs nicht so selten, wie oft propagiert wird. Doch trotzdem werden sie immer wieder als ‚langweilig‘ abgestempelt. Was richtig schade ist! Auch ein Mensch kann zu einem faszinierenden Charakter werden, wenn man sich ein paar Gedanken um ihn macht. Wird natürlich nur der „0815 Mensch“ von nebenan beschrieben, endet es sicher in gähnender Langeweile.
 
Sollte die Rasse „Mensch“ nur in Kombination in Frage kommen, gäbe es die Möglichkeit, Halbblüter oder Gestaltwandler zu übernehmen. Der Unterschied zwischen Halbblütern und Wandlern liegt darin begründet, wie sich die Rassenmerkmale auf den Charakter auswirken. Ersterer wird stets von beiden Rassen seiner Eltern beeinflusst. Zwar können Merkmale schwächer ausgeprägt sein und manche nur selten hervor treten, aber generell weist ein Halbblüter Charakteristiken von beiden elterlichen Rassen auf. Ein Gestaltwandler dagegen nimmt durch die Verwandlung sozusagen eine andere Rasse an. Manchmal werden dem Wandler in seiner menschlichen Form auch Merkmale seiner verwandelten Rasse angedichtet, muss aber nicht sein.
 
Wenn ein Mensch absolut nicht in Frage kommt, wird festgelegt wie hoch der Grat an Menschlichkeit sein soll bzw. wie die Menschlichkeit ausgeprägt sein soll.
Dabei gilt: Je geringer die Ähnlichkeit zu einem Menschen, desto schwerer wird es, den Charakter zu integrieren und zu schreiben. Es sei hier noch einmal darauf hingewiesen, dass sich diese Ähnlichkeit sowohl auf das Aussehen (= körperlich), als auch das Verhalten bezieht! So gibt es beispielsweise Rassen, die gar nicht aussehen, wie Menschen, sich aber sehr ähnlich verhalten. Anders herum genauso.
 
Sollte nichts davon passen, gilt es, eine eigene Rasse zu definieren. Das läuft eigentlich wie eine Charaktererstellung ab. Mit dem Unterschied, dass es nicht nur für eine einzige Person ausformuliert wird, sondern für sehr viele Mitglieder der künftigen Rasse.
 

Schlusswort

Leider lässt sich die Frage nach der Rasse nicht so eindeutig klären, wie manch anderen Punkt der Charaktererstellung. Hier lautet die Devise: Recherchieren bis zum Umfallen. Ich finde immer noch Rassen, von denen ich niemals auch nur ein Wort gehört habe, die aber total super sind.
Außerdem lohnt sich auch der Mut zur Eigenkreation 😉
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich

Das Aussehen ist nicht alles!

Aussehen
 
Hallöchen, lieber User.
 
Willkommen bei dem ersten Beitrag zu meinem Projekt „Wie erstelle ich einen RPG-tauglichen Charakter?“. Heute werden wir uns mit Äußerlichkeiten beschäftigen. Aussehen, Geschlecht, Alter. Ein relativ entspannter Anfang, denkst du nicht auch? Doch lehne dich nicht zu weit zurück. Schon hier gibt es einiges zu beachten.
 
1. Vorgefertigte Charaktere
Es ist nicht schwer, das Internet nach Aussehen, Geschlecht und Alter eines Charakters zu befragen. Auch bieten die verschiedensten Serien/Filme/Spiele/Musik/… genug Grundlagen, um die Charaktere einfach zu übernehmen.
Zu beachten ist hier jedoch das Jahr, in dem das RPG einer gewissen Serie spielt. Spielt es nämlich vor oder nach dem aktuellen Jahr in der Serie, so muss das Alter des Charakters dementsprechend angepasst werden. 
Ein Beispiel: Die Serie X hat momentan 5 Staffeln. In der aktuellsten Folge ist der Charakter YZ 40 Jahre alt. Allerdings spielt das RPG zu X während der 2. Staffel. Also sagen wir mal 8 Jahre vorher. Dementsprechend sollte der Charakter im betreffenden RPG YZ 32/33 Jahre alt sein.
Die Möglichkeit, den Charakter zu individualisieren, sehe ich hier nur beim Aussehen: Trägt der Charakter plötzlich eine Brille weil (Grund einfügen) oder nicht mehr, weil (Grund einfügen)? Vielleicht plötzlich Kontaktlinsen? Hat er sich die Haare gefärbt (nur wenn es zu der betreffenden Person passt!) oder seine Frisur anderweitig verändert? Hat sich sein Kleidungsstil geändert? Und so weiter. Wichtig ist es jedoch, immer darauf zu achten, dass die Veränderungen nicht zu gravierend bzw. biologisch unmöglich sind. So kann ein Charakter, der eigentlich sehr helle Haut hat, keine dunkelbraune Hautfarbe bekommen. Gut gebräunt ja, aber nicht ‚verkohlt‘. Zumal Menschen mit heller Haut sowieso eher Sonnenbrand als Bräune bekommen. 
Aber man spielt einen vorgefertigten Charakter ja nicht, um ihn zu individualisieren. (Sarkasmus am Rande)
 
Anmerkung: Die Bindung an zeitliche Abläufe und damit entsprechend variierendes Alter, besteht meist nur in RPGs, die kein „AU“ (= Alternatives Universum) darstellen. Allerdings kann man über AUs kaum feste Aussagen treffen, da jedes für sich ein eigenes Regelwerk darstellt. Am Besten ist hier einfach: Regeln des AU erfragen und Charakter dementsprechend anpassen. Auch kann es vorkommen, dass in einem AU Geschlechterwechsel möglich sind.
 

2. Eigene Charaktere

Bei den eigenen Charakteren gibt es schon mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Allerdings auch dementsprechend viele Hürden, Hindernisse und Dinge, die beachtet werden müssen. 
 

Geschlecht

Alles beginnt mit dem RPG, für das man sich interessiert. Man bekommt normalerweise Informationen über die Regeln der Welt, Geschichte und manchmal auch Hinweise über Charaktere die gesucht werden. Besonders die Anforderungen an den Charakter sollten gut durchgelesen werden. Dadurch klärt sich die Frage nach dem Geschlecht meist recht schnell. So wird eine Mutter nicht männlich sein und der Opa nicht weiblich. Vielleicht finden sich auch Anforderungen an den Beruf, etc. Hier gilt es immer abzuwägen, ob man lieber einen Charakter spielt, der geschlechtlich in das Gefüge passt oder sich eher durchbeißen muss. Man muss sich nicht an Rollenbilder halten. Doch je größer die Hürden für ein Geschlecht wären, desto feinfühliger wird man später beim Schreiben sein müssen und desto länger würde würde es dauern, spezielle Anforderungen zu erfüllen.
Womit wir auch schon bei der Bestimmung des Alters der Person wären.
 

Alter

Ich werde hier beispielhaft von einem Menschenleben ausgehen.
Generell ist zu sagen, dass ein Mensch mit einem gewissen Alter ein gewisses Maß an Erfahrung gesammelt hat. Es folgt hier ein grobes Raster, das Alter und Erfahrung aufzeigt. Natürlich entspricht das wieder nur der groben Einteilung meiner Charaktere und erhebt keinen Anspruch auf Perfektion 😉
 
0 – 1 Jahr – Säugling – Keine Erfahrung. Eignet sich Wissen über die unmittelbare Umgebung an.
1 – 3 Jahre – Kleinkind – Festigt sein Wissen über die unmittelbare Umgebung, besonders Sprache
3 – 6 Jahre – Kind – Erweitert sein Wissen über Themen, die es interessiert. Allerdings entstehen sie meist immer noch aus dem näheren Umfeld. 
6 – 14 Jahre – Schulkind – Lernt, über die Grenzen seines Umfeldes hinaus zu denken. Wird mit Wissen über die Welt gefüllt. Breitet seine Interessen aus
14 – 21 Jahre – Teenager/Heranwachsender – Pubertätswirrwarr. Erfahrungen vor Allem mit dem/den Geschlechtern stehen im Vordergrund. Aktive Übernahme von Eigenverantwortung durch Ablöse vom Elternhaus. Ab 17/18 Ausbildungs-/Studienbeginn
21 – 30 Jahre – Junger Erwachsener – Wissen über Interessensgebiete wird auch abstrakt erweitert, es muss also kein direkter Bezug mehr zum eigenen Leben bestehen. Stete Suche nach neuen Herausforderungen.  Arbeitsleben beginnt und weniger zeitraubende fachliche Weiterbildungen werden abgeschlossen. Erhöhte Abenteuerlust
30 – 45 Jahre – Erwachsener – Fachliche Qualifikationen werden vertieft und erweitert. Die Abenteuerlust ist etwas schwächer, als vorher, aber verschwindet nicht. Weiterhin steter Wissenserwerb
45 – 60 Jahre – Erfahrener Erwachsener – Breites Wissen über vorher vertiefte Interessensgebiete. Abenteuerlust nimmt stetig ab und wird durch Sesshaftigkeit ersetzt. Demnach immer eingeschränktere Möglichkeit zum Wissenserwerb. 
60 + Jahre – Hoch erfahrener Erwachsener/ ab ca. 75 Greis – Wissend und weise 😉 Lernt trotzdem weiter
 
Zu beachten ist, wie oben erwähnt, ob ein Charakter mehr oder weniger Zeit benötigt (hat), um etwas zu erlernen. Auch sind eventuelle Altersunterschiede verschiedener Epochen zu beachten. So wird ein Lehrling im Mittelalter z.B. spätestens mit 12/13 in die Lehre gehen und generell nicht so lang leben, wie ein Mensch nach heutigen Standards. 
 

Aussehen

Da nun Geschlecht und Alter relativ klar sind, müssen wir uns nur noch um das Aussehen des Charakters kümmern. Wichtig ist hier natürlich wieder, dass alles zusammen passt. Eine 45-jährige Frau wird nicht so aussehen, wie ein 15-jähriges Mädchen. Sie wird auch eher ‚erwachsenere‘ Frisuren tragen und ihren Kleidungsstil nicht an den Teenagern der Zeit orientieren. Sofern sie keine Teenager-Phase durchmacht. Das gleiche Spiel könnte man auch auf der Seite der Männer abhandeln. Wichtig bei der Gestaltung des Aussehens sind folgende Kategorien:
 
• Statur (wie groß/klein – dünn/dick ist die Person? Hier müssen keine Kilo bzw. Meter vorhanden sein. Allerdings scheinen das immer mehr RPGler genau wissen zu wollen)
• Haarfarbe/Frisur/Augenfarbe/Hautfarbe
• Kleidungsstil
• Accessoires (sofern es welche gibt, die immer vorhanden sind)
• Besondere Merkmale (Tattoos/Piercings/Sommersprossen/… – Also alles, was in irgend einer Weise auffallen könnte)
 

Schlusswort

Das war jetzt viel Gerede um ein eigentlich kleines Thema. In der Praxis nimmt dieser Bereich wohl den kleinsten Punkt in der Charaktererstellung ein. Doch deswegen sollte er nicht unterschätzt werden! Zwar ist es im Nachhinein jederzeit möglich, Punkte abzuändern, aber um seinen Charakter fixieren zu können, sind Rahmenangaben wie Geschlecht und Alter schon recht früh fest zu legen. Wenn auch nur grob. Die Feinjustierung folgt später immer noch. So verfügt man über eine solide Basis, auf der man aufbauen kann.
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich