Schreiben im Wahn des Perfektionismus

Perfektionismus

 

Hallöchen lieber User.

 

Heute gibt es ein paar Gedanken von mir. Ich garantiere für keine logische und durchdachte Reihenfolge. Zusammengefasst wird es darum gehen, wie ich meine Einstellung zum Bloggen und RPGn mit meinem (leider sehr stark ausgeprägten) Perfektionismus vereinbaren möchte und was ich dafür ändern muss. In dem Sinne wird es wohl eher eine Selbstreflexion mit viel allgemeinem Blabla. Mal sehen, was so dabei raus kommen wird 🙂

 

Ich bin gespannt. Du auch? 🙂

 

Wie es begann… 

Wahrscheinlich hätte ich über dieses Thema gar nicht wirklich nachgedacht, wenn es nicht wieder so weit wäre, dass sich meine beheimatete RPG-Plattform selbst ins Aus schießen würde. Doch leider steuert genau diese Seite momentan mit großen Schritten auf den Abgrund zu. Leider habe ich das zu oft erlebt, als dass es nicht offensichtlich wäre. Allerdings bin ich es diesmal wirklich Leid, mir einen Ersatz suchen zu müssen. Zumal es mittlerweile überall Regeln gibt, die besagen, dass man X mal die Woche etwas schreiben soll. Was bei meiner Motivation momentan zu einem Kick führen würde, bevor ich einen Post gesetzt habe. Also baue ich nun seit Tagen meine eigene RPG-Seite auf, auf die ich, wenn es hart auf hart kommt, mit meinen PPs auswandern kann. 

 

Wie ich so an dieser Seite gebastelt habe, fragte ich mich immer wieder, warum ich diese ganze Arbeit eigentlich auf mich nehme. Ich schlag mich ja offenbar aus irgendeiner Motivation heraus mit Dingen herum, die mich beim bloßen Gedanken schon nerven. Darüber hinaus werde ich auch mit dieser Seite sicherlich nicht mehr schreiben, als bisher. Was wirklich kaum nennenswert ist. Also warum das Ganze? 

 

Wahrscheinlich macht es mir ja doch irgendwie Spaß. 

 

Mein größtes Problem ist wohl nicht einmal meine Motivation, etwas zu schreiben. Ich schätze, ich steh mir einfach, mit meinen Erwartungen an mich, selbst im Weg. Wie ich den Blog reaktiviert habe, ist mir erst richtig bewusst geworden, was ich bisher geleistet habe. 1000+ Wörter in einem Beitrag? Kleinkram. Inhalte, die die Welt von Grund auf erklären? Bis zum Abwinken. Jeder versteht es? Wahrscheinlich sogar jeder, der es lesen kann. Egal in welchem Alter. Ich leiste etwas und das sehr penibel und kleinlich. Einfach weil ich weiß, dass ich es kann und es offenbar auch der Welt zeigen möchte. Dabei fühle ich mich gar nicht so, wie dieser Satz gerade klingt – wie die Elite. Ernsthaft. Tu ich wirklich nicht.

 

Was ich jedoch mit Gewissheit sagen kann: Ich beweise mir stetig, dass ich es kann. 

Hallöchen Perfektionismus. Wie geht es dir, mein Hassfreund? 

 

Und schon haben wir die Blockade gefunden. Ja, das Schreiben macht mir Spaß. Genauso wie das Gestreite mit meinen X Charakteren. Aber wie es geschrieben steht, soll perfekt sein. Dabei regen mich schon die kleinsten Rechtschreibfehlerchen auf, die ich fabriziert habe. Was mir meist erst vieeeeel zu spät auffällt. Ärger vorprogrammiert.

Das selbe Phänomen habe ich auch mit dem Blog erlebt: Alles war haarklein durchgeplant und perfektioniert. Dann kam der Crash und alle Planung etc. war futsch. Warum? Weil mir ein leichtsinniger Fehler unterlaufen ist und ich Held natürlich alle geplanten Inhalte in der WP Software hatte. Geil. Ergo noch mehr Ärger über mich selbst.

 

Also vermeide ich das Schreiben und Bloggen. Ganz simple Psychologie: „Du schaffst es ja sowieso nicht, dich zufrieden zu stellen. Also lass es doch einfach.“ Klar, der einfache Weg ist der Sicherste. Steine sind nur unnötige Aufreger, die einem das Hobby vermiesen. Mehr ist es ja sowieso nicht. Warum also viel Energie darauf verwenden, die man vielleicht fürs Studium brauchen könnte? Das sowieso Unmengen davon verschlingt.

 

 

Hier lege ich mal kurz ein Geständnis ab (meine Dozenten wären jetzt stolz auf mich): Ich schreibe diese Gedanken gerade eher so, als würde ich einen Post einer meiner Charaktere verfassen. Ich blicke auf mich also von der „Meta-Ebene“ herab. Beobachte mich so, als wäre ich nicht ich. Klingt verrückt, ich weiß. Aber das hilft mir gerade wirklich, die passenden Worte zu finden.

 

Jetzt weiß ich also, woran ich mich selbst aufhänge. Doch wie kann ich das jetzt fürs Schreiben und Bloggen nutzen?

Wie ich so über die Beantwortung nachgedacht habe, fiel mir auf, dass meine eigene Ansicht zum Bloggen vollkommen merkwürdig ist: „Eigenes ist total unwichtig. Wichtig ist Neutralität, Information und Wissensweitergabe.“ Klingt nicht wie ein Blog. Mehr wie eine Zeitung oder ein Bericht im TV. Also mehr Persönlichkeit statt Perfektionismus. Fängt mit diesem Beitrag ja schonmal gut an, oder? 😀

Beim Schreiben generell wird die vermeintliche „Lösung“ schon schwerer. Und nein, ich kann meinen Perfektionismus nicht von jetzt auf gleich einfach ausschalten und jeden Fehler ignorieren, der mir unterläuft. Es wird wohl noch etwas Zeit zum Nachdenken nötig sein, um hier etwas zu finden, was ich ändern kann. Immerhin bin ich der Lösung schon allein dadurch einen Schritt näher gekommen, dass ich den Übeltäter identifiziert habe. Besser als gar nix! Ich bleibe jedoch am Ball. Versprochen. Vielleicht teile ich mich ja irgendwann mit, wenn ich mehr herausgefunden habe. Vielleicht 😉

 

Jetzt sind meine Gedanken aus dem Kopf geschrieben und ich bin erleichterter. Zeit, neues anzugehen 😀 Bis bald!

 

In dem Sinne.

Grüße,

ich 🙂