Jetzt wird gearbeitet!

Steckbrief
 
Hallöchen, lieber User.
 
Willkommen beim nun wirklich letzten Beitrag zum Projekt „Wie erstellt man einen RPG-tauglichen Charakter?“. Heute wandeln wir den ganzen Theoriekram der vorherigen Teile in die Praxis um. Also wird es eine Erstellung eines Charaktersteckbriefs zu bestaunen geben. Hin und wieder werde ich Kommentare dazwischen fügen, damit alles etwas nachvollziehbarer ist.
Wie bereits im Titel angemerkt, stellt dieser Beitrag nur eine kleine Ergänzung zum eigentlichen Erstellungsprozess dar und muss nicht zwingend beachtet werden 🙂 Ein paar Tipps zu beherzigen, kann trotzdem nicht schaden.
 
Los geht’s!
 

1. Art des Steckbriefs

Bevor mit der Erstellung des Steckbriefs begonnen werden kann, solltest du dir erst einmal überlegen, wie dieser zum Schluss aussehen soll. Es gibt die wildesten Möglichkeiten, Steckbriefe zu gestalten. Die Kreativität kennt hier keine Grenzen. 
 
Ein paar Beispiele: 
 
• Ein gängiger Charakterbogen mit Stichpunkten der einzelnen Eigenschaften/…
• Steckbrief in reiner Textform
• „Tagebucheintrag“ aus der Sicht des Charakters, wo er über sich schreibt und sich beschreibt
• Für „bekannte“ Personen: Mögliche Einträge über sie aus Geschichtsbüchern
uvm.
 
Solltest du dich für eine andere Form als den stichpunktartigen Steckbrief entscheiden, lohnt es sich, die einzelnen Merkmale des Charakters im Vorfeld zu notieren. Schnell sind wichtige Eigenschaften vergessen. Das kann ärgerlich werden. Besonders, wenn man alles wieder ändern muss.
 
Ich werde hier beispielhaft mit dem „gängigen“ Steckbrief weiter machen.
 

2. Der Steckbrief in der Erstellung

Im Folgenden werden die einzelnen Teile der Charaktererstellung erst einmal einzeln erklärt und dann in einem Steckbrief zusammen gefügt. Ich gehe für dieses Beispiel von einem High-Fantasy (Mittelalter-Fantasy) Genre aus.
 
Allgemeines
Geschlecht: Männlich
Alter: 25 – 30 (Erwachsener Meister mit Berufserfahrung, sollte schon in der Lage sein, einen Lehrling auszubilden)
 
Aussehen: 
• Statur: Muskulöse Arme, rundlicher Bauch, ca. 1,60m groß
• Haarfarbe/Frisur/Augenfarbe/Hautfarbe: Schwarzes Haar, das bis zur Hälfte des Halses reicht/Braune Augen/ leicht gebräunte Haut
• Kleidungsstil: Kleidungsstil der Arbeiterklasse ohne Accessoires oder sonstige Extras
• Besondere Merkmale: Narbe, die sich über seinen linken Arm zieht
 
Rasse
Für dieses Muster entscheide ich mich für die Rasse „Mensch“. Wenn jemand ein Beispiel für eine eigene Rassendefinition möchte, der kann gern darum bitten 🙂
 
Beruf & Stand in der Gesellschaft
Beruf: Wirt eines unbedeutenden Gasthauses; zuständig für den Barbereich & Brauen von Bier. Einkauf & Kochen & Sauberhalten der Zimmer übernehmen seine Frau, seine Tochter und sein Lehrling. 
Ansehen & Stand in der Gesellschaft: Verdient so viel, wie er und seine Familie zum Leben braucht, muss aber nicht jedes Silberstück umdrehen, wenn er etwas kaufen möchte -> Solide mittlere Gesellschaftsschicht
Berufsfähigkeiten: Hat eine gewisse Kraft in den Armen (durch Fässer heben/rollen/…), kann gut über Belanglosigkeiten plaudern
 
Hier sollte eine Änderung des vorher festgelegten Aussehens vorgenommen werden: Demnach trägt der Charakter bei der Arbeit eher abgetragene Kleidung mit einer Schürze. Ansonsten Kleidung, die ihn als Mann der Mittelschicht auszeichnet.
Außerdem wird das Alter aufgrund der beruflichen Erfahrung auf 30 Jahre geändert
 
Wesensmerkmale
• Stellt Gesetze über alles auf der Welt
• Hat einen hohen Anspruch an sich und seine Umwelt
• hat keine Probleme damit, sich mit Anderen zu unterhalten
• kann und will sich aber nicht in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellen
• hat ein offenes Ohr für alles und kann Geheimnisse gut bewahren
• ist seiner Familie gegenüber sehr streng/strafend und spricht mit ihnen nicht viel
• kann es nicht akzeptieren, keinen Sohn zu haben & schiebt die Schuld daran gern auf seine Frau
Ergänzung aus Berufsfähigkeiten: kann gut über Belanglosigkeiten plaudern
 
Stärken/Schwächen
Stärken:
• kann, für seinen Geschmack, recht gutes Bier brauen
• Kann sehr gut rechnen
Schwächen:
• trinkt oft mehr von seinem eigenen Bier, als seine Gäste
• ist Stammgästen gegenüber etwas zu spendabel
• ist ein miserabler Sänger
 
Fähigkeiten
Körperlich: (Berufsfähigkeit) hat durch Fässer rollen/tragen/… eine gewisse Kraft in den Armen; ist links aufgrund einer Verletzung beim Heben eines Fasses, schwächer
Wissen & Anwenden: Kann in gewissem Maß Geld wechseln, lesen & schreiben. Spricht nur seine Heimatsprache
Handwerklich: Hat irgendwann einmal Laute spielen gelernt. Aber in wie weiter er das heute noch beherrscht ist fraglich.
Waffenkunde: Trägt immer einen Dolch zur Selbstverteidigung mit sich herum. Allerdings kann in den Händen eines Wirtes auch ein Glas zur Waffe werden…
 
Vorlieben/Abneigungen
• + mag gute Musik und gutes Bier
• + legt sehr viel Wert auf Ordnung
• + kann von Klatsch und Tratsch nicht genug kriegen, auch wenn er nicht dazu neigt, ihn selbst zu verbreiten
• – hasst es, wenn unwissende versuchen, Musik zu machen
• – kann Ungehorsam seiner Familie nicht ausstehen
 
Hintergrundgeschichte
-> Aufgewachsen in einer ebenfalls mittelschichtigen Familie mit 3 älteren Brüdern, erbte das Wirtshaus
-> Konnte sich bei seinen Brüdern nie durchsetzen; musste alles erledigen; redete sie eher „voll“
-> Familie lebte damals in dem selben Dorf, wie er heute (er kennt also nicht viel von der Welt)
-> Hat auch ein sonst recht unspektakuläres Leben hinter sich
Änderungen, die sich aufgrund der Hintergrundgeschichte ergeben:
Vorliebe – Liebt es, Geschichten über das Reisen zu hören
Herkunft – Dorf XY
 
Name
Komplett selbst zusammen gebauter Name: Garren
Ich garantiere nicht dafür, dass es diesen nicht Namen bereits gibt! 🙂
 

3. Fertiger Steckbrief

Allgemein
Name: Garren
Geschlecht: Männlich
Alter: 30
Rasse: Mensch
Herkunft: Dorf XY
Beruf: Wirt eines eher unbedeutenden Wirtshauses
Verdienst & Stand in der Gesellschaft: Verdient so viel, wie er und seine Familie zum Leben braucht, muss aber nicht jedes Silberstück umdrehen, wenn er etwas kaufen möchte -> Solide mittlere Gesellschaftsschicht
 
Aussehen
Statur: Muskulöse Arme, rundlicher Bauch, ca. 1,60m groß
Haarfarbe/Frisur/Augenfarbe/Hautfarbe: Schwarzes Haar, das bis zur Hälfte des Halses reicht/Braune Augen/ leicht gebräunte Haut
Kleidungsstil: Trägt bei der Arbeit eher abgetragene Kleidung mit einer Schürze. Ansonsten Kleidung, die ihn als Mann der Mittelschicht auszeichnet.
Besondere Merkmale: Narbe, die sich über seinen linken Arm zieht
 
Charakter
• Stellt Gesetze über alles auf der Welt
• Hat einen hohen Anspruch an sich und seine Umwelt
• hat keine Probleme damit, sich mit Anderen zu unterhalten
• kann und will sich aber nicht in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellen
• kann gut über Belanglosigkeiten plaudern
• hat ein offenes Ohr für alles und kann Geheimnisse gut bewahren
• ist seiner Familie gegenüber sehr streng/strafend und spricht mit ihnen nicht viel
• kann es nicht akzeptieren, keinen Sohn zu haben & schiebt die Schuld daran gern auf seine Frau
 
Vorlieben/ Abneigungen
• + liebt es, Geschichten über das Reisen zu hören
• + mag gute Musik und gutes Bier
• + legt sehr viel Wert auf Ordnung
• + kann von Klatsch und Tratsch nicht genug kriegen, auch wenn er nicht dazu neigt, ihn selbst zu verbreiten
• – hasst es, wenn unwissende versuchen, Musik zu machen
• – kann Ungehorsam seiner Familie nicht ausstehen
 
Stärken/ Schwächen
Stärken:
• kann, für seinen Geschmack, recht gutes Bier brauen
• Kann sehr gut rechnen
Schwächen:
• trinkt oft mehr von seinem eigenen Bier, als seine Gäste
• ist Stammgästen gegenüber etwas zu spendabel
• ist ein miserabler Sänger
 
Fähigkeiten & Fertigkeiten
Körperlich: (Berufsfähigkeit) hat durch Fässer rollen/tragen/… eine gewisse Kraft in den Armen. Ist im linken Arm, aufgrund einer Verletzung beim Heben eines Fasses, schwächer
Wissen & Anwenden: Kann in gewissem Maß Geld wechseln, lesen & schreiben. Spricht nur seine Heimatsprache.
Handwerklich: Hat irgendwann einmal Laute spielen gelernt. Aber in wie weiter er das heute noch beherrscht ist fraglich.
Waffenkunde: Trägt immer einen Dolch zur Selbstverteidigung mit sich herum. Allerdings kann in den Händen eines Wirtes auch ein Glas zur Waffe werden…
 
Geschichte
Aufgewachsen in einer mittelschichtigen Familie, hatte Garren schon früh gelernt, dass man sich sein Geld erarbeiten musste. Sein Vater hatte stets zu sagen gepflegt: „Sind deine Gäste zufrieden, wirst du mehr Geld bekommen.“ Daraufhin war eine Runde Getränke für Alle gefolgt.
Seine drei älteren Brüder hatten ihm stets Aufgaben aufgetragen, die er erledigen musste. Sich gegen sie durchzusetzen, war für Garren unmöglich gewesen. Außer ihm war es gelungen, die Älteren mit einer Rede über Sinnlosigkeiten zu vertreiben. Was er, mit zunehmendem Alter, immer besser zu Stande gebracht hatte.
Die Familie hatte in Dorf XY gelebt, in dem Garren heute noch wohnt. Es hatte immer so viel Arbeit gegeben, dass es nie möglich gewesen war, größere Reisen zu unternehmen. Der Junge hatte zwar immer wieder kurze Ausflüge mit seinen Brüdern unternehmen dürfen, war jedoch nie weiter, als bis in die umliegenden Dörfer und die nächst gelegene Stadt, gekommen. Demnach beneidete er all die Reisenden, die in dem familiären Gasthaus untergekommen waren und von Erlebnissen erzählt hatten, von denen Garren nur träumen konnte. Mittlerweile war sein Erkundungsdrang gesunken. Zwar konnten ihn die Geschichten seiner Gäste noch immer zum Träumen verleiten, er wollte aber nicht mehr unbedingt alles selbst erleben.
 
(Ich gebe zu, das ist eine sehr kurze Vergangenheitsbeschreibung. Soll ja auch nur ein grobes Exemplar sein 😉 )
 

Schlusswort

Im Vergleich zu den ganzen Punkten, die man bei der Charaktererstellung beachten muss, ist der Steckbrief schnell geschrieben. Die größte Herausforderung liegt hier nur in der Frage, ob es ein „klassischer“ Stichwort-Steckbrief werden soll oder nicht. Ansonsten ist die Vorarbeit ja schon lang getan.
 
Abgesehen davon ist das Projekt der Charaktererstellung nun endgültig beendet. Es gibt nun keine Zusätze mehr. Versprochen! Lassen wir uns überraschen, was die nächsten Beiträge so mit sich bringen werden 🙂
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich 🙂

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