Das Aussehen ist nicht alles!

Aussehen
 
Hallöchen, lieber User.
 
Willkommen bei dem ersten Beitrag zu meinem Projekt „Wie erstelle ich einen RPG-tauglichen Charakter?“. Heute werden wir uns mit Äußerlichkeiten beschäftigen. Aussehen, Geschlecht, Alter. Ein relativ entspannter Anfang, denkst du nicht auch? Doch lehne dich nicht zu weit zurück. Schon hier gibt es einiges zu beachten.
 
1. Vorgefertigte Charaktere
Es ist nicht schwer, das Internet nach Aussehen, Geschlecht und Alter eines Charakters zu befragen. Auch bieten die verschiedensten Serien/Filme/Spiele/Musik/… genug Grundlagen, um die Charaktere einfach zu übernehmen.
Zu beachten ist hier jedoch das Jahr, in dem das RPG einer gewissen Serie spielt. Spielt es nämlich vor oder nach dem aktuellen Jahr in der Serie, so muss das Alter des Charakters dementsprechend angepasst werden. 
Ein Beispiel: Die Serie X hat momentan 5 Staffeln. In der aktuellsten Folge ist der Charakter YZ 40 Jahre alt. Allerdings spielt das RPG zu X während der 2. Staffel. Also sagen wir mal 8 Jahre vorher. Dementsprechend sollte der Charakter im betreffenden RPG YZ 32/33 Jahre alt sein.
Die Möglichkeit, den Charakter zu individualisieren, sehe ich hier nur beim Aussehen: Trägt der Charakter plötzlich eine Brille weil (Grund einfügen) oder nicht mehr, weil (Grund einfügen)? Vielleicht plötzlich Kontaktlinsen? Hat er sich die Haare gefärbt (nur wenn es zu der betreffenden Person passt!) oder seine Frisur anderweitig verändert? Hat sich sein Kleidungsstil geändert? Und so weiter. Wichtig ist es jedoch, immer darauf zu achten, dass die Veränderungen nicht zu gravierend bzw. biologisch unmöglich sind. So kann ein Charakter, der eigentlich sehr helle Haut hat, keine dunkelbraune Hautfarbe bekommen. Gut gebräunt ja, aber nicht ‚verkohlt‘. Zumal Menschen mit heller Haut sowieso eher Sonnenbrand als Bräune bekommen. 
Aber man spielt einen vorgefertigten Charakter ja nicht, um ihn zu individualisieren. (Sarkasmus am Rande)
 
Anmerkung: Die Bindung an zeitliche Abläufe und damit entsprechend variierendes Alter, besteht meist nur in RPGs, die kein „AU“ (= Alternatives Universum) darstellen. Allerdings kann man über AUs kaum feste Aussagen treffen, da jedes für sich ein eigenes Regelwerk darstellt. Am Besten ist hier einfach: Regeln des AU erfragen und Charakter dementsprechend anpassen. Auch kann es vorkommen, dass in einem AU Geschlechterwechsel möglich sind.
 

2. Eigene Charaktere

Bei den eigenen Charakteren gibt es schon mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Allerdings auch dementsprechend viele Hürden, Hindernisse und Dinge, die beachtet werden müssen. 
 

Geschlecht

Alles beginnt mit dem RPG, für das man sich interessiert. Man bekommt normalerweise Informationen über die Regeln der Welt, Geschichte und manchmal auch Hinweise über Charaktere die gesucht werden. Besonders die Anforderungen an den Charakter sollten gut durchgelesen werden. Dadurch klärt sich die Frage nach dem Geschlecht meist recht schnell. So wird eine Mutter nicht männlich sein und der Opa nicht weiblich. Vielleicht finden sich auch Anforderungen an den Beruf, etc. Hier gilt es immer abzuwägen, ob man lieber einen Charakter spielt, der geschlechtlich in das Gefüge passt oder sich eher durchbeißen muss. Man muss sich nicht an Rollenbilder halten. Doch je größer die Hürden für ein Geschlecht wären, desto feinfühliger wird man später beim Schreiben sein müssen und desto länger würde würde es dauern, spezielle Anforderungen zu erfüllen.
Womit wir auch schon bei der Bestimmung des Alters der Person wären.
 

Alter

Ich werde hier beispielhaft von einem Menschenleben ausgehen.
Generell ist zu sagen, dass ein Mensch mit einem gewissen Alter ein gewisses Maß an Erfahrung gesammelt hat. Es folgt hier ein grobes Raster, das Alter und Erfahrung aufzeigt. Natürlich entspricht das wieder nur der groben Einteilung meiner Charaktere und erhebt keinen Anspruch auf Perfektion 😉
 
0 – 1 Jahr – Säugling – Keine Erfahrung. Eignet sich Wissen über die unmittelbare Umgebung an.
1 – 3 Jahre – Kleinkind – Festigt sein Wissen über die unmittelbare Umgebung, besonders Sprache
3 – 6 Jahre – Kind – Erweitert sein Wissen über Themen, die es interessiert. Allerdings entstehen sie meist immer noch aus dem näheren Umfeld. 
6 – 14 Jahre – Schulkind – Lernt, über die Grenzen seines Umfeldes hinaus zu denken. Wird mit Wissen über die Welt gefüllt. Breitet seine Interessen aus
14 – 21 Jahre – Teenager/Heranwachsender – Pubertätswirrwarr. Erfahrungen vor Allem mit dem/den Geschlechtern stehen im Vordergrund. Aktive Übernahme von Eigenverantwortung durch Ablöse vom Elternhaus. Ab 17/18 Ausbildungs-/Studienbeginn
21 – 30 Jahre – Junger Erwachsener – Wissen über Interessensgebiete wird auch abstrakt erweitert, es muss also kein direkter Bezug mehr zum eigenen Leben bestehen. Stete Suche nach neuen Herausforderungen.  Arbeitsleben beginnt und weniger zeitraubende fachliche Weiterbildungen werden abgeschlossen. Erhöhte Abenteuerlust
30 – 45 Jahre – Erwachsener – Fachliche Qualifikationen werden vertieft und erweitert. Die Abenteuerlust ist etwas schwächer, als vorher, aber verschwindet nicht. Weiterhin steter Wissenserwerb
45 – 60 Jahre – Erfahrener Erwachsener – Breites Wissen über vorher vertiefte Interessensgebiete. Abenteuerlust nimmt stetig ab und wird durch Sesshaftigkeit ersetzt. Demnach immer eingeschränktere Möglichkeit zum Wissenserwerb. 
60 + Jahre – Hoch erfahrener Erwachsener/ ab ca. 75 Greis – Wissend und weise 😉 Lernt trotzdem weiter
 
Zu beachten ist, wie oben erwähnt, ob ein Charakter mehr oder weniger Zeit benötigt (hat), um etwas zu erlernen. Auch sind eventuelle Altersunterschiede verschiedener Epochen zu beachten. So wird ein Lehrling im Mittelalter z.B. spätestens mit 12/13 in die Lehre gehen und generell nicht so lang leben, wie ein Mensch nach heutigen Standards. 
 

Aussehen

Da nun Geschlecht und Alter relativ klar sind, müssen wir uns nur noch um das Aussehen des Charakters kümmern. Wichtig ist hier natürlich wieder, dass alles zusammen passt. Eine 45-jährige Frau wird nicht so aussehen, wie ein 15-jähriges Mädchen. Sie wird auch eher ‚erwachsenere‘ Frisuren tragen und ihren Kleidungsstil nicht an den Teenagern der Zeit orientieren. Sofern sie keine Teenager-Phase durchmacht. Das gleiche Spiel könnte man auch auf der Seite der Männer abhandeln. Wichtig bei der Gestaltung des Aussehens sind folgende Kategorien:
 
• Statur (wie groß/klein – dünn/dick ist die Person? Hier müssen keine Kilo bzw. Meter vorhanden sein. Allerdings scheinen das immer mehr RPGler genau wissen zu wollen)
• Haarfarbe/Frisur/Augenfarbe/Hautfarbe
• Kleidungsstil
• Accessoires (sofern es welche gibt, die immer vorhanden sind)
• Besondere Merkmale (Tattoos/Piercings/Sommersprossen/… – Also alles, was in irgend einer Weise auffallen könnte)
 

Schlusswort

Das war jetzt viel Gerede um ein eigentlich kleines Thema. In der Praxis nimmt dieser Bereich wohl den kleinsten Punkt in der Charaktererstellung ein. Doch deswegen sollte er nicht unterschätzt werden! Zwar ist es im Nachhinein jederzeit möglich, Punkte abzuändern, aber um seinen Charakter fixieren zu können, sind Rahmenangaben wie Geschlecht und Alter schon recht früh fest zu legen. Wenn auch nur grob. Die Feinjustierung folgt später immer noch. So verfügt man über eine solide Basis, auf der man aufbauen kann.
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich