Schwimmst du in Geld?

Beruf
 
Hallöchen, lieber User.
 
Willkommen zum dritten Teil meiner Projektreihe „Wie erstellt man einen RPG-tauglichen Charakter?“. Heute wird es um die Berufswahl des Charakters gehen. Es wird auch einen kleinen Ausflug in die Regeln der Gesellschaftsstände geben. Viel Spaß beim Lesen 😉
Ach ja: Es wird ab hier keine künstliche Aufteilung mehr in ECs und bestehende Charaktere geben. Sollte mir an einer Stelle ein gravierender Unterschied auffallen, so wird das auch so da stehen. Es ist einfach schade, wenn grundlegende Punkte nur von einer Seite gelesen werden, obwohl sie für die andere auch interessant wäre.
Berufe
 
Keine Angst, du wirst hier keine stumpfe Auflistung diverser Berufe finden. Denn wie bei den Rassen gilt, dass man aus so ziemlich jedem Hobby oder jeder Aktivität einen Beruf machen kann. Damit wird es schier unmöglich, jeden einzelnen Beruf zu notieren. Wenn man dann noch verschiedene Epochen einbeziehen möchte, wird das Chaos komplett. Nein. Hier wirst du ein paar Hinweise finden, welche Anforderungen Berufe an einen Charakter stellen können und womit du ihn nach der Wahl seiner Berufung belohnen oder bestrafen kannst. Bestrafen ist vielleicht ein etwas hartes Wort dafür. Wie wäre es mit „Wie du ihn an seine Grenzen bringen kannst“? Klingt doch schon besser, oder? Darüber hinaus gibt es auch hier das ein oder Andere zu beachten. Aber genug geredet, los geht es!
 

Klasse

Hiermit ist nicht die Klasse im Sinne von „Schulklasse“ gemeint. Klasse beschreibt hier schlicht ein anderes Wort für Beruf. Also einer Gruppe von Leuten, die der selben Tätigkeit nachgehen. Da man diese Tätigkeiten selten festlegt, spricht man von diversen Klassen.
 

Epoche

Steht man vor der Wahl eines Berufs, muss man erst einmal über die Epoche, in der das RPG spielt, bescheid wissen. Am Einfachsten ist dabei natürlich die heutige Zeit. Man hat ein gewisses Bild von diversen Berufen und kennt sich auch gut mit der derzeit genutzten Technik aus. Doch reisen wir ein paar hundert Jahre zurück, gibt es keine Elektronik, vielleicht gerade so das Rad und die Berufe nannte man zu dieser Zeit auch anders. Das Spiel kann man auch mit der Renaissance oder anderen vergangenen Epochen machen. Jetzt gibt es aber auch noch RPGs, die gern einmal in der Zukunft spielen. Sei es End-Zeit (meist nach einer gravierenden Katastrophe oder kurz davor) oder das High-Tech-Zeitalter mit einem ‚ganz normalen Leben‘ im Weltall.
Aufgrund dieser Vielfalt an verschiedenen Epochen ist es nun wichtig, einen Beruf zu finden, der zumindest den Anschein erweckt, in das RPG zu passen. Ich gebe es zu. Man verwendet nicht immer zu 100% die Berufsbegriffe, die es wirklich einmal gab. Allerdings wird es dir niemand abkaufen, wenn du einen Steinzeitmenschen in das Technik Zeitalter verfrachten willst. (Schlechter Vergleich, tut mir Leid.) Es gibt natürlich auch Hintergrundgeschichten, die solche Ausnahmen zulassen. Aber verwende einen solchen Berufsmix nur, wenn es im RPG zugelassen ist! Und dann auch nur, wenn du diese spezielle Rolle wirklich inne haben wirst! Es ist immer wieder schade, Charaktere ablehnen zu müssen, weil der Ersteller nicht auf diese Kleinigkeit achtet.
 

Geschlecht

Wie bereits im ersten Projekt-Beitrag geschildert, hat das Geschlecht einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Beruf. Heutzutage ist es immer stärker gewünscht, dass Frauen in „Männerberufen“ und Männer in „Frauenberufen“ arbeiten. Allerdings war das lange Zeit nicht so. Die Frau war für Haushalt, Kinder, Großeltern, Mägde und Knechte zuständig, während der Mann die Feldarbeit verrichtete. Oder dem Militär zur Verfügung stand, Ritter war oder König. Und so weiter. Frauen war der Bildungsweg verschlossen, somit waren die Männer die Gebildeten und Führungskräfte. Frauen hatten sich unterzuordnen.
Glücklicherweise hält sich selten ein RPG an diese radikalen Vorgaben der Vergangenheit*. Allerdings müssen hier meist überzeugende Begründungen dafür her, warum denn nun eine Leitungsposition von einer Frau bekleidet wird. Eine Möglichkeit besteht darin, das Alter dementsprechend zu erhöhen. Es wird davon ausgegangen, dass eine Frau das Gleiche erlernen kann, wie ein Mann, wenn sie dafür mehr Zeit beansprucht (späterer Bildungseinstieg, längere Ausbildungszeit, …). Mögliche Beziehungen, spezielle Fähigkeiten, … können ebenso dafür sprechen. Aber das ist ein anderes Thema.
 
* Ich kann hier nur von RPGs sprechen, die ich miterlebt habe. Falls du andere Erfahrungen damit gemacht hast, würde es mich freuen, davon zu erfahren.
 

Ansehen

Wenn man schon von Frauen in vergangenen Männerberufen spricht, darf man natürlich das Ansehen nicht vergessen. Sowohl das Ansehen des Berufs an sich, als auch das Ansehen der Person, die sie ausübt. Ansehen wird dabei als ‚wie wird diese Person/dieser Beruf von der Gesellschaft akzeptiert/abgelehnt‘ beschrieben.
 
So wird eine Frau, die eigentlich gar keine Führungsposition inne haben dürfte (weil die Epoche das nicht erlaubt), so ihre Schwierigkeiten haben, in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Auch dürfte sie mit denen, die sie führt, einige Auseinandersetzungen haben/gehabt haben, bevor sie als Führung anerkannt wird. Sie wird sich ihren Status erkämpfen müssen und immer dafür kämpfen müssen, nicht von einem Mann vertrieben zu werden.
Kleines Beispiel am Rande, weil es so gut zu der Frau-Mann-Thematik passt 😉
 
Generell lässt sich sagen, dass ein Beruf auch heute noch mehr Ansehen inne hat, je mehr damit verdient wird. Das bedeutet, dass höhere Vergütung eine erhöhte Chance bietet, akzeptiert zu werden. Ausnahmen bilden hier z.B. Prostitution, Dealerei, Geldwäsche, … Auch solche geächteten Berufe lassen sich in allen Epochen finden. Das Ansehen wirkt sich besonders auf den Stand in der Gesellschaft aus. Das folgt aber später.

 

Fähigkeiten/Fertigkeiten im Bezug auf den Beruf

Ein Beruf fordert, ein Beruf gibt.
Unter dem Motto verbirgt sich die Tatsache, dass dein Charakter gewisse Eigenschaften mitbringen muss, um einen Beruf erlernen und ausüben zu können. Natürlich sind hier nicht 1 zu 1 die originalen Anforderungen zu übernehmen, wie sie im echten Leben existieren oder existiert haben. Man kann sich ein/zwei Eigenschaften/Fähigkeiten/Stärken heraus picken, die sich positiv auf den Beruf auswirken.
Warum schreibe ich das hier und nicht bei den nächsten Teilen der Charaktererstellung? Ganz einfach. Wenn du dich für einen Beruf entscheidest, wirst du dir automatisch Gedanken darüber machen, wie sich dieser auf deinen Charakter auswirkt. Vielleicht schreibst du die Ideen schon nieder oder behältst sie im Kopf. Ganz egal. Wichtig ist nur, dass du sie nicht vergisst!
Das Gleiche gilt für Talente, die dein Charakter durch seine Ausbildung erlernt. Ein/Zwei aussuchen und merken. Wird noch wichtig 🙂
 

[Kurzer Exkurs: Stand in der Gesellschaft]

Heutzutage wird man nicht mehr so stark danach bemessen, wie hoch der Stand in der Gesellschaft ist. Es sei denn du bist Politiker, Regierungschef, Diktator, Milliardär, Promi, … Otto Normalbürger bleibt davon eigentlich recht unbehelligt. Allerdings gab und gibt es wohl noch Systeme, in denen Menschen nach unterschiedlichen Kriterien eingeteilt wurden und werden. Da ich den Vergleich zum 3. Reich hasse, führe ich lieber ein mittelalterlich geprägtes Gesellschaftsbild aus. Ich garantiere nicht, dass dies wirklich so gehandhabt wurde. Allerdings wird es in RPGs immer wieder genutzt. Und ja, es wird etwas Fantasy-lastig 😉
 
Jedes Wesen, das in einem Königreich lebt, hat einen Stand in der Gesellschaft inne, der abhängt von
• seiner Herkunft.
• seinen Vorfahren und deren Taten.
• Ruhm, Ehre & Ansehen durch seine eigenen Taten inklusive Erhebungen in höhere Ränge.
• Einkommen seiner Familie und der Person selbst.
• diversen anderen Faktoren (unterschiedlich), wie Rasse, Geschlecht, Magiefähigkeit, …
Je nachdem, wie gut oder schlecht diese Merkmale bei dem Wesen ausfallen, hat er einen besseren oder schlechteren Ruf und bekleidet damit meist automatisch einen höheren oder niedrigeren gesellschaftlichen Rang.
 
Sehr grob herunter gebrochen, könnte man eine Gesellschaft daraufhin in aufsteigender Reihenfolge in
• Geächtete/Verstoßene/Verbannte (Alle, die nicht mehr im Reich leben dürfen)
• Geduldete Außenseiter (meine Kreation) (Alle, die gerade noch so im Reich leben dürfen, Invalide)
• Unterschicht (Leibeigene, Sklaven, Diener, … – Niedere, unwürdige Tätigkeiten)
• Mittelschicht (Alle mit fester Anstellung & ehrbarem Beruf, die sich selbst versorgen können)
• Oberschicht (Alle, die mehr als Mittelschichtler verdienen, davon allerdings nicht reich werden und keine nennenswerten Beziehungen zum Adel haben)
• Adel (Reiche Leute, meist über Generationen hinweg adlig gewesen; auch Wesen, die durch ihre Taten in den Adelsstand erhoben worden – das ist allerdings selten)
• Hochadel (König & Königsfamilie)
unterteilen. Mitglieder der höheren Schichten halten sich meist für „etwas besseres“ und lassen das gern heraus hängen. Niedere Schichten rebellieren dagegen und bekämpfen diese (z.B. durch Bestehlen, Morden, Verrat …).
Den Stand in der Gesellschaft wirst du nur für RPGs mit eben solchen Schichten benötigen. Alternativ in Mittelalter-RPGs. Das Thema wurde bei den Berufen vermerkt, da der Beruf und das Ansehen immer zu einem sehr großen Teil den Stand widerspiegeln. Natürlich kann die Familiengeschichte den Rang noch einmal durcheinander werfen. Aber abgesehen davon, bleibt dieser recht beständig.
Heute gibt es auch keine großen Worte des Abschieds, da bereits alles gesagt wurde 🙂
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich