Du hast ja Flügel!

Rasse
 
Hallöchen, lieber User.
 
Willkommen zum zweiten Beitrag des Projekts „Wie erstelle ich einen RPG-tauglichen Charakter?“. Heute werden wir uns mit der Rasse eines Charakters beschäftigen. Dieser Beitrag wird definitiv nicht so tiefgründig werden, wie der Erste. Es gibt nämlich so viele Rassen, wie Sterne am Himmel. Da sind Fiktive noch gar nicht eingeschlossen. Außerdem werden diverse Rassen meist nur in Fantasy-/bzw. phantastisch angehauchten RPGs genutzt. Also werde ich hier nur grob auf das Thema eingehen. Des Weiteren wird es keine Unterteilung in vorgefertigte Charaktere und ECs geben. Einfach weil ich der Meinung bin, dass die folgenden Punkte für beide Arten an Charakteren gelten.
Aber starten wir endlich mal.

 

Was bedeutet denn „Rasse“?

Mit Rasse verbindet man typischerweise Herkunft, Ethik, Hautfarbe. Allerdings sind das nur kleine Bruchstücke der RPG’schen Rasse. Es geht viel mehr um eine Art eigene Lebensform, die mehr oder weniger menschenähnliche Züge aufweist. Dabei müssen diese Ähnlichkeiten zum Menschen nicht zwingend körperlicher Natur sein. Die Fähigkeit zu sprechen oder Verhaltensweisen, die mit menschlichem Verhalten verglichen werden können, deuten ebenso auf Menschenähnlichkeit hin. Generell besitzt jede Rasse mindestens ein menschenähnliches Merkmal. Meist genutzt ist hier die Sprache.
 
Innerhalb einer Rasse gibt es festgelegte Merkmale, die für alle Mitglieder gelten. Nehmen wir mal das verbreitete Bild der Zwerge: Alle Zwerge sind weitaus kleiner als Menschen. Dafür sind sogar Zwerginnen meist kräftiger.  Diese Punkte bestimmen in diesem Beispiel also die komplette Zwergenrasse. Natürlich gibt es auch innerhalb der Rasse verschiedene Größen und Stärken. Allerdings wird ein solch reinrassiger Zwerg nie auch nur in die Nähe einer menschlichen Größe kommen.
Als generelle Ausnahmen könnte man Halblinge/Mischlinge/Halb-…/oder wie auch immer man Wesen mit Eltern verschiedener Rassen nennen möchte, sehen. Hier ist darauf zu achten, dass die Merkmale beider Elternrassen auf den Charakter einwirken. Allerdings kann man sich hier im Normalfall dazu entscheiden, welche stärker und welche schwächer ausgeprägt sind.
 

Wie kommt mein Charakter nun zu seiner Rasse?

DAS ist die Frage, die jeder RPGler kennt und die gar nicht so leicht zu beantworten ist. Dafür ist die Fülle an vorhandenen Rassen zu unübersichtlich. Es liegt also an jedem Einzelnen, verschiedene Punkte abzuwägen und falls ihm einfach nichts zusagt, eine eigene Rasse zu definieren.
 
Die erste Frage ist wohl immer, ob nicht auch ein Mensch für diesen Charakter reichen würde. Menschen sind in Fantasy RPGs nicht so selten, wie oft propagiert wird. Doch trotzdem werden sie immer wieder als ‚langweilig‘ abgestempelt. Was richtig schade ist! Auch ein Mensch kann zu einem faszinierenden Charakter werden, wenn man sich ein paar Gedanken um ihn macht. Wird natürlich nur der „0815 Mensch“ von nebenan beschrieben, endet es sicher in gähnender Langeweile.
 
Sollte die Rasse „Mensch“ nur in Kombination in Frage kommen, gäbe es die Möglichkeit, Halbblüter oder Gestaltwandler zu übernehmen. Der Unterschied zwischen Halbblütern und Wandlern liegt darin begründet, wie sich die Rassenmerkmale auf den Charakter auswirken. Ersterer wird stets von beiden Rassen seiner Eltern beeinflusst. Zwar können Merkmale schwächer ausgeprägt sein und manche nur selten hervor treten, aber generell weist ein Halbblüter Charakteristiken von beiden elterlichen Rassen auf. Ein Gestaltwandler dagegen nimmt durch die Verwandlung sozusagen eine andere Rasse an. Manchmal werden dem Wandler in seiner menschlichen Form auch Merkmale seiner verwandelten Rasse angedichtet, muss aber nicht sein.
 
Wenn ein Mensch absolut nicht in Frage kommt, wird festgelegt wie hoch der Grat an Menschlichkeit sein soll bzw. wie die Menschlichkeit ausgeprägt sein soll.
Dabei gilt: Je geringer die Ähnlichkeit zu einem Menschen, desto schwerer wird es, den Charakter zu integrieren und zu schreiben. Es sei hier noch einmal darauf hingewiesen, dass sich diese Ähnlichkeit sowohl auf das Aussehen (= körperlich), als auch das Verhalten bezieht! So gibt es beispielsweise Rassen, die gar nicht aussehen, wie Menschen, sich aber sehr ähnlich verhalten. Anders herum genauso.
 
Sollte nichts davon passen, gilt es, eine eigene Rasse zu definieren. Das läuft eigentlich wie eine Charaktererstellung ab. Mit dem Unterschied, dass es nicht nur für eine einzige Person ausformuliert wird, sondern für sehr viele Mitglieder der künftigen Rasse.
 

Schlusswort

Leider lässt sich die Frage nach der Rasse nicht so eindeutig klären, wie manch anderen Punkt der Charaktererstellung. Hier lautet die Devise: Recherchieren bis zum Umfallen. Ich finde immer noch Rassen, von denen ich niemals auch nur ein Wort gehört habe, die aber total super sind.
Außerdem lohnt sich auch der Mut zur Eigenkreation 😉
 
In dem Sinne.
Grüße,
ich